Fast eine Glosse – Faszination Benzingespräche

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Um die 1500 US-Cars und Harley Davidson-Motorräder sowie annähernd 15 000 Fahrzeugbegeisterte am Wochenende in Metzingen

Die „Southside Rebels“ hatten am vergangenen Wochenende auf den Metzinger Bongertwasen geladen und weit mehr als 10 000 US-Liebhaber sind gekommen. Das Wetter war spitzenmäßig, „genau wie letztes Jahr“, sagte Jürgen Kienle von den Rebellen aus dem Großraum Reutlingen. Chevrolets, viele Ford Mustang, Dodge, Cobra, Chrysler und natürlich Harley Davidsons zierten die Schotterfläche des Festplatzes – also alles, was nach möglichst viel Blech aussah und möglichst tiefgründig röhrte war am Samstag und Sonntag am Rande der Outlet-City vertreten. Im Zelt lief Country-Musik, „Kultur halt, amerikanische Kultur“, sagte Kienle und schmunzelte. Genauso wie sein Kumpel Claus Maier, der Vorsitzende der rund 40 Southside Rebels mit ihren 32 US-Cars.

Genug zum Essen gab es natürlich, dazu eine Art Showbühne für die schönsten, tollsten, prächtigsten amerikanischen Schlitten. „Wer will, kann sein Fahrzeug da auf dem Lkw-Auflieger präsentieren und durch Dragster-Champion Norbert Kutzera kommentieren lassen“, erläuterte Jürgen Kienle. „Der weiß zu allen Fahrzeugen was, egal, ob 50er, 60er oder 70er Jahre“, so Kienle.

Ein klein wenig enttäuscht zeigte sich Michael Wagner am Samstagspätnachmittag über den seiner Meinung nach zu geringen Andrang vor allem des Harley-Publikums: „Wir hatten gedacht, dass hier mehr los ist“, sagte der Motorrad-Begeisterte, der zusammen mit Frau und befreundetem Paar von Böblingen nach Metzingen gekommen war. Warum? „Naja, hier treffen sich halt viele Gleichgesinnte, wir mögen Flair und Sound hier“, so Wagner. In direkter Nachbarschaft dröhnt in diesem Moment eine Hupe los – und alle lachen.

Coole Typen. Und coole Autos gab es auf dem gesamten Metzinger Gelände zu sehen, einige Fahrer nahmen auch die Gelegenheit wahr, auf dem angrenzenden Gelände zu campen. Und die mangelnde Resonanz? „Am Sonntag wird es zwischen 11 und 14 Uhr hier richtig heiß, das wird die Hölle“, zeigte sich Jürgen Kienle überzeugt. Am Wichtigsten sei, dass es nicht regnet, „aber das hatten wir auch schon, damals, als wir noch in Engstingen waren“, sagte der Rebell.

Ein heftiger Regentag, kein Mensch kam und die Southside’ler blieben fast auf ihren Unkosten sitzen. „Das wird jetzt am Wochenende nicht passieren“, sagte Jürgen Kienle. Nach Metzingen seien die Rebellen gekommen, weil das Gelände auf dem Bongertwasen eine Nummer größer ist als in Engstingen. Warum überhaupt so eine Veranstaltung anbieten? Viel sei Idealismus. Viel aber auch einfach der Spaß an den „Benzingesprächen“ unter Gleichgesinnten, sagte Kienle. Also das Schwätzle über US-Fahrzeuge, über PS-Stärken, Kurbelwellen, Zylinder, Vergaser und was sich sonst noch alles in so einem US-Fahrzeug versteckt. Ganz viel Sound auf jeden Fall auch.

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