Zapfenstreich

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Was ist nicht alles passiert diese Woche. Die Russen marschieren an der ukrainischen Grenze auf. Wollen die da einwandern? So wie Omikron ziemlich schnell in ganz Europa einwandert? Und dabei die hiesige Welt noch mehr in Entsetzen versetzt, als sie eh schon ist. Dabei lautet die wörtliche Übersetzung von Omikron doch nur „kleines o“. Ohoooo. Im Gegensatz zum griechischen „großen O“, dem Omega. Eigentlich logisch – o-mikro-n und O-mega. Ha, wenn mir das mal einer vorher erklärt hätte … aber geholfen hätte das auch nicht gegen diese neue Corona-Variante. Genauso wenig wie gegen Putin.

Was blüht uns denn noch alles in dieser Pandemie? Müssen wir das griechische Alphabet noch ganz durchmachen? Und wird Putin als der große Obenrum-FKK-Macho seine Großmacht-Allüren noch weiter in die Tat umsetzen? Und womöglich auch noch seine Hose fallen lassen? Um im ukrainischen Donezbecken eigenhändig Kohle abzubauen? Auweia. Apropos eigenhändig und Arbeit – jetzt haben die Sozis diese Woche auch noch Patrick Kühnert zum Lautsprecher, äh Generalsekretär gewählt. Was das mit Arbeit und den eigenen Händen zu tun hat? Gar nichts. Weil: Kühnert hat ja noch nie was gearbeitet, also so richtig. Mit Händen. Oder so. Aber: Welcher Politiker hat das schon mal? Und: Ist mit dem Lautsprecherposten der Weg schon frei für Kühnert als nächster SPD-Kanzler? Also nach Olaf Scholz? Der ist ja noch gar nicht gewählt und schon spekuliert man über seine Nachfolge. Das geht doch gar nicht. Scholz muss doch erst mal rein ins Amt, bevor er wieder raus kann. Also aus dem Amt. „Wir haben tierisch Bock auf Olaf Scholz als Kanzler“, hat Kühnert heute schon gelautsprechert. Zumindest hörten wir das im Radio. Naja. Sollen können müssen wir ihm das glauben? Oder dem Radio?

Diese Woche war ja auch Zapfenstreich. Also der große. Großer Zapfenstreich für unsere Angie. Für Angela Merkel, die geliebte und gehasste Bundeschefin. Machtmensch Merkel, hieß es in der Tagesschau. Macht Mensch Merkel morgens Müsli mit Mann sauer? Also mit Joachim Sauer, ihrem Gatten? Wird der seine Frau überhaupt ertragen, wenn sie nun ständig zuhause ist? Obwohl. Sie soll ja ein eigenes großes Büro kriegen. Mit neun Mitarbeitern. Die sollen wiederum 46 000 Euro im Monat verdienen. Sagt Fokus. Ob man Fokus glauben darf? Den großen Zapfenstreich hat Angela Merkel sich mit 16 Jahren Kanzlerin aber wohl schon verdient. Also ich persönlich bin da schon froh, dass ich mir so was nicht verdienen muss. Drei Lieder durfte sie sich wünschen, die dann von der Bundeswehrkapelle geblasen wurden. Stell ich mir „Highway Star“ von Deep Purple als Blaskapellen-Abschiedslied vor – da rollen sich mir schon beim Gedanken die Fußnägel auf. Oder „Once upon a time in the west“ von den Dire Straits – als Bigband-Sound? Schrecklich. Und das auch noch als besondere Ehre. Naja, wem’s gefällt. Aber: Wieso eigentlich Zapfenstreich? Das Wort erinnert mich immer irgendwie an Nadelbäume. Ist ja auch Adventszeit. Aber wieso die Tannenzapfen gestrichen wurden? Vielleicht bunt angemalt? Und wieso sollte das eine Ehre sein? Ach Blödsinn. Vermutet wird hingegen, so sagt das Internet, dass im 15. und 16. Jahrhundert beim Militär dieser Begriff aufkam. Strich, also schlug, nämlich ein Wachmann mit dem Säbel auf den Bierfass-Zapfhahn, bedeutete das für alle Soldaten – Feierabend, Schluss mit der Sauferei, zurück in die Kaserne. Zapfenstreich also. Warum das nun aber eine besondere Ehre sein soll, wenn Angela Merkel per Zapfenstreich – ob klein oder groß – quasi aus dem Amt komplimentiert wurde? „So, Zapfenstreich, Frau Merkel, Ende Gelände, zurück in die Kaserne?“ Oder in die heimischen vier Wände? Zurück zu Joachim. Seltsam.

Und dann bin ich heute auch noch auf die Leiter gestiegen, habe mein Leben riskiert, bin erstmal mit der Leiter im völlig durchfeuchteten Boden eingesunken, habe dann extrem wacklig in schwindelnder Höhe den Forsythienbusch geschnitten. Und danach auch noch gebügelt. Also Hemden, nicht den Busch. Ein kurzärmeliges Hemd hing schon seit dem Sommer herum und wartete auf seine Plättung. Weil ich es doch so verknittert nicht hätte anziehen  … Hätte ich es in den Schrank zwischen die anderen Hemden gehängt, wäre es vielleicht auch von alleine glatt geworden. Egal. Nun ist es gebügelt. Und der nächste Sommer kann kommen. Als ich während des Bügelns Radio hörte, hieß es da in den Nachrichten: „Aus Versehen hat ein Mann in den USA sein Haus abgebrannt.“ Die Story hinter der Headline: Der Amerikaner hatte Schlangen im Keller, wollte die ausräuchern. War wahrscheinlich in Texas. Also Cowboy. Oder so. Und dann ging sein Haus dabei drauf. Sachschaden mehr als eine Million Dollar. Ob die Schlangen überlebt haben, wurde in den Nachrichten nicht erwähnt. Wäre doch interessant gewesen. Oder?

Aber auch bei uns brechen jetzt dann also ganz neue Zeiten an. Mit Olaf, Annalena, Robby, Chris und wem noch? Egal. Ach so, der Bad Uracher Cem Özdemir wird ja wohl Landwirtschaftsminister. Hat den Anton Hofreiter, den Toni aus München, aus dem Rennen gekegelt. Weil Özdemir als studierter Sozialpädagoge ja von der Landwirtschaft auch viel mehr versteht als der Biologe Hofreiter? Letzterer hätte den Landwirten wohl zu viel abverlangt, haben sich die Grünen vielleicht gedacht. Also zu viel für die Umwelt. Und trotz alledem: Lasst uns das Beste hoffen. Für die Umwelt.  Für uns alle. Und für den Planeten. Obwohl. Den dürfte es am wenigsten interessieren, wer in Deutschland regiert und Kanzler ist. Ob sich die Ampel bewährt? Oder von all den geistigen Tieffliegern und tiefergelegten Geisterfahrern ignoriert wird? Wir werden sehen. Und hoffen. Was bleibt uns auch sonst übrig? Ihr wisst doch, die Hoffnung, ja die stirbt zuletzt.

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