Heilig-Geist-Drohne?

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Gestern war ich bei einem Richtfest. Neben der Reutlinger Christuskirche wird ein Diakonisches Zentrum gebaut.

Vorher aber wurde auf den Turm des Gotteshauses der Gockel wieder aufgesetzt. In atemberaubender, schwindelerregender Höhe von rund 20 Metern agierten drei Spezialisten in einer Art großem, rechteckigen Korb am Ende eines riesig langen Arms eines Spezialkrans. Zielsicher balancierten sie den eingepackten Gockel auf die Turmspitze.

„Wie gut, dass ich hier unten stehe, rauffotografiere und nicht dort oben in dem Korb sein muss“, dachte ich. Selbst auf sicherem Boden wurde mir bei dem Gedanken schwindelig. Währenddessen verfolgte eine Drohne aus der Nähe das Auspacken des vergoldeten Hahns durch die Himmelsstürmer. „Vielleicht zeigt sich ja der Heilige Geist in der Form der Drohne“, mutmaßte ein Zuschauer. „Ich wusste gar nicht, dass der Heilige Geist auch schon mit KI agiert“, entgegnete ich.

Eingepackt war der Gockel aus Sicherheitsgründen – weil die Vergoldung sonst Schaden hätte nehmen können. Als wir von unten das Gockel-Entkleiden beobachteten, sagte ein weiterer Zuschauer: „Da wird wohl jetzt ein Hühnchen gerupft.“ Bei dieser öffentlichen Aktion schienen lauter Witzbolde anwesend zu sein.

Offensichtlich stockte nicht allen Zuschauerinnen und Zuschauern der Atem bei der Betrachtung der Aktivitäten der drei Spezialisten, die dem Himmel so nah waren. „Eine leichte Aufgabe für uns“, hatte der Chef der Teufelskerle gesagt – obwohl dieser Ausdruck in diesem Fall wohl auch nicht so ganz passte.

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