Kochshow, Kunst und Kartenverkauf für Landesgartenschau 2027 in Bad Urach

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Landesgartenschau-Vorbereitung startete am Wochenende mit Vielzahl an Veranstaltungen, darunter auch SWR1-Pfännle, Sandkunst und verkaufsoffener Sonntag

 Mittlerweile dürfte es bekannt sein: Am 30. April startet die Bad Uracher Landesgartenschau 2027 im einstigen Kurpark, der nach den Worten von Bürgermeister Elmar Rebmann in „einen Bürgerpark für alle“ umgestaltet wird. Geprobt wurde für die riesige Zahl an Veranstaltungen in den fünf Monaten bis 3. Oktober schon mal am vergangenen Wochenende auf dem Marktplatz der Stadt.

Am Samstag etwa mit „Baden-Württemberg spielt“. Mit dabei war auch Eva Strobel, die am Rand des Uracher Marktplatzes zwei Sandquader in Schafskulpturen verwandelte. Süß sahen sie aus, die sandigen Vierbeiner, jedes einzelne Tier mit ganz eigenem Blick und eigenem Charakter.

Eva Strobel ist Bühnenplastikerin und war im Kulissenbau beim Staatstheater in Stuttgart tätig. Momentan ist sie auf Arbeitssuche, weil ihre Arbeitsstelle eingespart wurde. Wie sie zum Gestalten von Sandskulpturen kam? In ihrem Theaterleben hatte sie meist mit Styropor zu tun, „ich habe mich dann aber auch auf Eis spezialisiert“, so die Künstlerin. Sand sei wieder ein ganz anderer Stoff, der ganz anders reagiert. „Man muss von oben nach unten schaffen, sonst rieselt ja alles nach“, verriet sie.

Ebenfalls künstlerisch unterwegs ist eine an die 30köpfige Frauengruppe (mit einem Mann), die sich unter Leitung von Hanna Kugele durch Mund-zu-Mund-Propaganda zusammengefunden hat. Ihr Ziel: Die Verbindung zwischen dem Landesgartenschaugelände im Bürgerpark mit der Innenstadt zu schaffen, wie Antje Kächele als Mitgestalterin verriet.

Kugeles Idee war, an aufgestellten Baugittern Blumen-, Unterwasser- und andere Landschaften entstehen zu lassen. Gestrickt und gehäkelt, an Netzen befestigt, sollen die Zäune an mehreren Stationen entlang der Stuttgarter Straße aufgestellt werden. „Eine tolle Idee“, befand auch die ebenfalls beteiligte Barbara Götzendorfer. Seit 1,5 Jahren stricken und häkeln die Frauen schon, „die Wolle wurde gespendet, mittlerweile haben wir ausreichend Material, um die Netze zu gestalten“, so Kächele. Wie sich die Welten bei Regen innerhalb von fünf Monaten entwickeln? Ein Schulterzucken von Kächele folgte. „Wir werden sehen.“

Für die Uracher Großveranstaltung 2027 wurden am ganzen Wochenende Dauerkarten verkauft. „Am Samstag waren es schon knapp 400“, verriet Bürgermeister Elmar Rebmann am Sonntagmittag auf der „Pfännle-Bühne“. Medienpartner der Bad Uracher Landesgartenschau im kommenden Jahr wird nämlich SWR1 sein.

Zwischen April und Oktober sind jetzt schon zahlreiche Aktionen geplant, unterschiedlichste Konzerte – für fast jeden Musikgeschmack was, dazu Live-Übertragungen, die SWR1-Party kommt zur Gartenschau und noch viel mehr, wie Stefanie Schneider als SWR-Landessenderdirektorin verriet.

Erneut wird auch „Pfännle on tour“ am 16. Mai 2027 in Bad Urach zu Gast sein, erläuterte Petra Klein, die seit 1989 das Radio-Event moderiert. Auf der Marktplatz-Bühne berichtete sie am Sonntag zum Teil live im Radio zusammen mit Pfännle-Koch Eberhard Braun über die Zubereitung etwa von leckeren Sachen wie Schwabazda. Was das sein sollte? Na, bayerischer Obazda auf schwäbische Art. Bei der Zubereitung kräftig geholfen haben Musical-Star Kevin Tarte und sein Mann sowie Bad Uracher Gemeinderat Dr. Stefan Wolf.

Wesentliche Bestandteile im Schwabazda waren ein Haufen Butter, wie Braun verriet und „Käse von handgestreichelten Albbüffeln“, so Petra Klein. Nachdem Kevin Tarte Kostproben seiner Sangeskunst von sich gab, berichteten er und Wolf, wie sie sich kennen- und lieben lernten. „Entweder wird das was mit uns oder mein Leben ist vorbei“, sagte Stefan Wolf. „Ich war völlig paralysiert von Kevin als ich ihn zum ersten Mal bei einem Auftritt sah.“ Klarer Fall von „Liebe auf den ersten Blick“, wie Klein konstatierte.

Begonnen hatte der Sonntag in der Stadt Graf Eberhards aber mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Amanduskirche. Denn: Auch die Kirchen in der Region werden bei der Gartenschau mit dabei sein, wie Projektleiter Clemens Dietz neben der Bühne auf dem Marktplatz ausführte. Jeden Sonntag wird es auf dem Landesgartenschau-Gelände fünf Monate lang einen ökumenischen Gottesdienst geben und jeweils mittwochabends Talks sowie Begegnungen mit verschiedenen Gästen.

„Wenn wir am jetzigen Wochenende 600 Dauerkarten verkauft haben, sind wir hoch zufrieden“, sagte Bürgermeister Rebmann bei herrlichem Wetter bestens gelaunt. Deutlich weniger gut gelaunt war mancher Ladenbesitzer: Zwar hatten sie am verkaufsoffenen Sonntag ebenfalls ihre Türen geöffnet, doch während auf dem Marktplatz quasi der Bär steppte und das Publikum sich vergnügte, war in den Gassen ringsherum kaum jemand zu finden. Gelohnt habe sich der Aufwand nicht, gestand eine Inhaberin frei von der Leber weg. Ein paar nette Gespräche mit Dauerkunden geführt, aber sonst?

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