3 Idyllen, Krieg und Zerstörung im Elsass

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Man trifft hier im Elsass ja auf unglaubliche Orte, wir haben ja sogar in einer dieser Ortschaften, in Riquewihr,

eine Ferienwohnung.

Natürlich waren wir auch in Colmar, einer größeren Stadt, nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Auch hier trafen wir auf eine Vielzahl an alten Fachwerkhäusern (hier das ehemalige Gerberviertel).

Danach machten wir einen Abstecher nach Kaysersberg – einer kleineren Weingemeinde am Rand der Vogesen.

Der Ort hat uns völlig überrascht, nicht nur wegen

seiner mittelalterlichen Burg –

auch dort trafen wir viele schöne Fachwerkhäuser,

sehr viele schöne

Fachwerkhäuser.

Und wir trafen auf Zeichen der wechselvollen deutsch-französischen Geschichte der Region.

Und auf auf was noch? Ach ja, noch mehr schöne Fachwerkhäuser.

Die Kirche von Kaysersberg ist direkt ans Rathaus angebaut – oder andersherum. Und:

Albert Schweitzer wurde in dem Ort geboren. Ein Museum zeugt davon.

Und eine bequeme Liege. (Das Touristen-Dasein kann ganz schön anstrengend sein!)

Auf der Rückfahrt nach Riquewihr hielten wir nur wenige Kilometer entfernt in einem eher unscheinbaren Ort: Bennwihr. Der Kirchturm war ungewöhnlich.

Und nicht nur der Turm – auch innendrin war das Gotteshaus ungewöhnlich. Sehr reizvoll.

Bine hatte beim Vorbeifahren gesehen, dass innendrin eine Ausstellung sein sollte.

Der Geschichtsverein von Bennwihr hatte dort eine Ausstellung zum Kriegsende zusammengestellt.

Am 24. Dezember 1944 wurde der Ort durch US-Truppen von der Nazi-Besetzung befreit. So sah die Kirche damals aus.

Und so der Großteil des restlichen Orts.

Das Foto stammt aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

Wir waren schockiert. Hatten wir zuvor die herrlichen Häuser in Kaysersberg und Colmar bestaunt, von denen viele aus dem 16. Jahrhundert stammten. Klar, sie wurden renoviert, saniert, schön hergerichtet. Aber: Sie waren völlig unversehrt vom Krieg geblieben.

Wie auch die Häuser in Riquewihr. Und im Gegensatz dazu die Orte Bennwihr und Mittelwihr, nur einen Katzensprung entfernt. Die Bewohner der Gemeinden hatten zum Ende des Jahres 1944 allesamt fliehen müssen – weil die Kriegswirren sich genau hier mit Bomben, Panzern, Granaten entluden. Beide Orte wurden bei den Kämpfen zwischen deutschen und amerikanischen Truppen völlig zerstört. Sehr eindrucksvolle Beschreibungen über die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln und Orten sind im Netz unter https://media.badische-zeitung.de/pdf/kriegsende/krebs-wolfgang.pdf zu finden.

Für uns unglaublich: Viele Ortschaften im Elsass blieben von Schäden nahezu völlig verschont, andere in direkter Nachbarschaft komplett dem Erdboden gleichgemacht. Fast alle Bewohner der angegriffenen Gemeinden waren geflohen – und kehrten nach dem Abzug der deutschen Truppen in ihren Ort zurück. In einen Ort, den sie nicht mehr wiedererkannten. Ihr Hab und Gut sowie ihre Häuser waren völlig zerstört. Wie mussten sich die Menschen damals gefühlt haben? Für uns  ist das nicht vorstellbar – zumal ja noch viele der Männer noch im Krieg waren. Oder bereits tot, weil sie ihr Leben in dem völlig sinnlosen Krieg verloren haben. Was für ein Wahnsinn. Und was für ein Glück haben wir, dass wir in einer so langen Zeit des Friedens aufgewachsen sind und leben durften. Und hoffentlich weiter leben dürfen.

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