Nächster Urlaubstag. Was tun? Bine hatte beschlossen bei einem mittelalterlichen Schönheitswettbewerb mitzumachen.
Auf der Ulrichsburg, links oberhalb von Ribeauvillé.
Wir mussten ein wenig ins Hinterland,
Bine zeigte an, wo es langgeht.
Natürlich nach oben. Sie war siegessicher.
Und so stiefelten wir zunächst die Berge hinauf.
„WIrst du mich noch lieben, wenn du gewinnst“, fragte ich verzweifelt.
„Aber Hasi“, sagte Bine. „Natürlich, es wird sich nichts ändern.“ Sie war schon auf der Höhe der zwei Burgen angekommen.
„Schon beeindruckend“, sagte ich.
„Ja“, sagte Bine und
machte noch schnell ein Selfie.
Die letzten Meter zur Ulrichsburg schritt sie grazil hinunter.
„Wer nimmt eigentlich noch teil“, fragte ich. „Ach, ein paar eingebildete
Ziegen,
keine wirkliche Konkurrenz“, sagte Bine überzeugt.
Vor dem Burgtor rief sie: „Hey, ich bin da, die Favoritin des Wettbewerbs.“
Sofort öffnete sich das Tor zur Burg.
Ich wollte schnell hinterher, doch bei mir hieß es „Gesichtskontrolle“.
„Hey“, rief ich. „Ich bin der Starfotograf für
euren mittelalten Wettbewerb.“ Eher widerwillig öffnete sich das Tor.
Bine war mittlerweile schon im Ballsaal angekommen.
Der Himmel schien ihr wohlgesonnen.
Die Welt (beziehungsweise Ribeauvillé) lag ihr zu Füßen.
Selbst der Metzgerturm schien sich vor ihr zu verneigen.
„Aber“, sagte der Cheforganisator. „Wenn du bei der Präsentation stolpern solltest,
landest du im Gefängnisturm der Nachbarburg, da gibt’s kein Pardon.“
Bine ließ sich nicht einschüchtern.
Mutig schritt sie zum Catwalk,
ohne Zögern und graziös trat sie auf die
Karriereleiter,
als ob sie das jeden Tag machen würde, meisterte sie diese unglaubliche Hürde.
Die solarbetriebenen Scheinwerfer gingen an,
Bine hatte gewonnen, ich sonnte mich natürlich mit in ihrem Erfolg..
Selbst die Bäume verneigten sich vor der Siegerin.
Und der Gewinn? Das kommende Wochenende in einem Kloster, nur wenige Kilometer entfernt.
Bald darauf hatten wir Notre-Dame de Dusenbach erreicht.
„Okay“, sagte Bine.
„Aber irgendwie auch seltsam“, meinte ich.
„Und so direkt unterhalb von einem bröckelnden Hang.“
In der Kirche hingen seltsame Wappen
an den Wänden.
Wir fragten die freundliche Frau außerhalb. „Naja“, meinte sie.
„Die Gegend hier ist voller Geröll“, sagte sie.
Und voller seltsamer Bäume. Irgendwie gruselig.
Bine versuchte, einen Baum aus dem Weg zu räumen.
„Kann ich helfen“, fragte King Kong. „Äh, Danke, nicht nötig“, riefen wir und rannten panisch nach Ribeavillé hinunter.
Erst am Brunnen hielten wir an.
Und trafen auf diesen Bäpper. Stimmt. Nett hier, aber bei uns gibt’s wenigstens keine King Kongs.
„Dafür habt ihr keinen Bockplatz“, sagte ein Anwohner. Wo er Recht hatte, hatte er Recht. Aber das Positive an diesem wundersamen Tag: Ich bin nun mit einer Schönheitskönigin zusammen. Was interessiert mich da ein Bockplatz.