Kickfeschd in Meidelstetten mit weniger Teams – Suche nach den Gründen

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(Foto oben: Fußball-Ballett vom Feinsten mit verblüffender Choreografie gab es am vergangenen Wochenende einmal mehr in Meidelstetten zu sehen.)

Verein für Lebensfreude mit ihrem 41. Kickfeschd in Meidelstetten am vergangenen Wochenende – Musik, Konzerte und Kicken

 Optimales Wetter am vergangenen Wochenende, am Freitag hatte es geregnet, aber ohne Hagel und Verwüstungen. Schon von Weitem waren am Samstag die Anfeuerungsgesänge zu hören: „Auf geht’s, Papa, schieß ein Tor, ein Tor, ein Tor.“ Denn: Offensichtlich waren die angesungenen Spieler mit Kind und Kegel und Hund nach Meidelstetten angereist.

Am zurückliegenden Wochenende war wieder „Kickfeschd“, in diesem Jahr war es das 41. Ihrer Art. Ein Event, das jedes Jahr mindestens 40 Fußball-Teams anlockt, nur während Corona zweimal nicht. „Ansonsten hatten wir immer eine Warteliste, weil noch viel mehr Mannschaften dabei sein wollten“, sagte Max Lehn am Rande der beiden Spielfelder, oberhalb des großen Festzeltes.

Doch dieses Jahr war irgendwie alles anders: „Es sind nur 32 Teams gekommen“, sagte Eckhard Lorch, der schon seit 1984 bei der Organisation des Feschds mit dabei ist. So ergeht es vielen Meidelstettenern: „Entweder sie helfen und unterstützen hier oder sie flüchten während des Kickfeschd-Wochenendes in den Urlaub“, sagte Max Lehn.

Die Suche nach der oder den Ursachen für das diesjährige Ausbleiben von acht Teams sei gar nicht so einfach. Ein oder zwei waren bei Hochzeiten eingeladen, andere hatten einfach so abgesagt. „Vielleicht weil manche Mannschaften altershalber nur noch zwei oder drei Spieler zusammenbringen“, so Max Lehn. Nach 40 Jahren Kickfeschd sind selbst die Jüngeren, so wie Lehn, mit ihren 40 Jahren in einem Alter, „da laufen einem die 25-Jährigen einfach davon“, so Lehn.

Er selbst ist ebenfalls aus Meidelstetten, kam am Wochenende zum Übernachten aber natürlich auf den Zeltplatz. Weil sich das so gehört. Dabei war er bei weitem nicht der Erste unter den Zeltern: „Die ersten kamen schon am letzten Mittwoch vor einer Woche, um wieder den Zeltplatz mit den gleichen Nachbarn wie in den Vorjahren zu kriegen“, sagte Lehn amüsiert. „Und Frank aus Köln ist auch wieder da“, sagte Lorch. „Der kommt seit ungefähr zehn Jahren jedes Mal, er will gar nicht kicken, hilft einfach.“

(Foto: Linksalternativ von Beginn an, die Che-Guevara-Flagge bewies das auch am vergangenen Wochenende.)„

Es ist ja auch eine tolle Veranstaltung – von Anfang an mit einem linksalternativen Touch“, sagt der 40jährige Lehn. Wie zur Bestätigung wehte auch dieses Jahr die Che-Guevara-Flagge über den Zelten. Max Lehn war selbst mindestens zehn Jahre lang für das Musikprogramm, für die Auswahl der Bands beim Kickfeschd zuständig. Vor drei Jahren hat er die Aufgabe an Jüngere weitergegeben. Doch klar war auch beim 41. Mal am Freitag- und Samstagabend: Was gar nicht geht, ist Volksmusik, Tanzmusik müsse es sein.

Die Bühne erobert haben am Freitag „Long Legged Liars“, eine Band aus dem Killertal. Ab 22 Uhr heizten dann „Sankt Krinzinger“ dem Publikum ein – beide Bands absolut tanzbar. Obwohl mit freiem Eintritt „waren weniger Zuschauer da als sonst“, so Lehn. „Das liegt vielleicht auch daran, dass viele der Kickteams hierherkommen, um sich zu treffen, miteinander zu reden und an den Lagerfeuern zu sitzen“, mutmaßte der Meidelstettener.

Am Samstag wars abends vorbei mit „koschd nix“, da mussten 15 Euro berappt werden für die Bands „Tyles“, „Grup Huub“ und „Dr. Unwuchts Tanzpalast“. Auch bei diesen Bands galt das Label „tanzbar“. Wer vor Ort war, hatte mit Sicherheit seinen Spaß, „es kommen ja einige, die gar nicht kicken wollen, sondern allein wegen der Konzerte hier sind“, sagte Max Lehn.

Unterstützung erhalten die Organisatoren vom VfL, also dem Verein für angewandte Lebensfreude, in diesem Jahr besonders vom SSV Meidelstetten. Und vom Kindergarten, der einige Kuchen beigesteuert hat. Doch Lehn beschäftigte weiterhin der Umstand, dass zum ersten Mal weniger als 40 Teams dabei waren. „Vor einigen Jahren hatten ja auch noch einige Flüchtlings-Mannschaften mitgespielt – die fehlen jetzt auch“, überlegte er weiter.

Ähnlich erging es auch Eckhard Lorch, der auf dem Schiri- und Organisationswagen am Rande der Spielfelder saß, die Spiele an- und abpfiff. „Die Älteren scheiden aus, immer weniger Jüngeren kommen nach“, sagte er. Aber: Vielleicht ist es im kommenden Jahr schon wieder ganz anders. Vielleicht muss da wieder eine Warteliste her. Denn: Auch bei der 41. Kickfeschd-Ausgabe war die Stimmung wieder super. „Auf geht’s, Papa, schieß ein Tor, ein Tor, ein Tor.“

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