Zeigen, wie Hilfe funktioniert – 50 Jahre Rotes Kreuz in Pliezhausen

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Pliezhäuser DRK-Ortsverein feiert am Sonntag 50jähriges Bestehen – Reges Treiben rund um das Schillerhaus

Wie verbindet man einen Riesenteddy, der sich eine böse Schürfwunde zugezogen hat? Wie geht Erste Hilfe bei Menschen mit einem Herzstillstand? Wie suchen und finden Rettungshunde der Bereitschaft Nürtingen-Kirchheim/Teck vermisste Personen? Viele Fragen, auf die der Rot-Kreuz-Ortsverein Pliezhausen beim Fest zu seinem 50jährigen Bestehen die passenden Antworten parat hatte – und sie auch ganz aktiv live präsentierte.

„Mit 50 Jahren ist unser Ortsverein noch einer der jüngeren im Kreis“, sagte Bereitschaftsleiter Andreas Kresse am Sonntag bei angenehmen Temperaturden und viel Zuspruch von der Pliezhäuser Bürgerschaft auf dem Schillerplatz. Natürlich gab es leckeres Essen und Getränke, jede Menge gespendete Kuchen, eine Tombola mit gesponserten Gewinnen. „Wir kriegen viel Unterstützung aus dem Ort“, sagte auch die Vereinsvorsitzende Christiane Voß.

In all den fünf Jahrzehnten stand beim DRK Pliezhausen immer eins im Vordergrund, so Voß: die Hilfe für andere Menschen. „Schnell kam nach der Gründung des Ortsvereins der Sanitätsdienst dazu, später auch die Blutspendeaktionen“, so Kresse.  Drei Fahrzeuge hat das Rote Kreuz in Pliezhausen heute, darunter ein „Vier-Tragewagen“ für den Katastrophenschutz – „da kann man vier Personen gleichzeitig transportieren“, sagte der Bereitschaftsleiter. Im Katastrophenfall rücken die Rot-Kreuzler damit über den DRK-Kreisverband aus.

Im Ahrtal etwa waren sie vor fünf Jahren dabei und haben geholfen. Oder auch nach dem Anschlag auf das Umspannwerk in Reutlingen vor wenigen Wochen. „Dort ging es einfach darum, Präsenz zu zeigen und ansprechbar zu sein“, sagte Andreas Kresse.

„Wir waren während Corona bei den Impfungen und den Abstrichen mit dabei“, erinnerte sich Voß. Übrigens sind beim DRK-Ortsverein Pliezhausen momentan 32 Aktive dabei, im Jugend-Rot-Kreuz sind es ebenfalls rund 30. Außerdem stellt das DRK Pliezhausen auch acht „Helfer vor Ort“.

Zum Thema „HvO“ hatte auch DRK-Kreisverbandspräsident Siegfried Mahler einiges zu sagen: Vom Innenministerium sei geplant gewesen, dass die Helfer vor Ort weniger Einsätze machen sollten. „Die Aktiven fühlten sich da schlecht behandelt“, so Mahler, der es sich nicht hatte nehmen lassen, am Sonntag bei den Jubilaren in Pliezhausen vorbeizuschauen. „Die Einsatzzahlen haben sich dadurch bei uns halbiert“, so Kresse.

Doch das Innenministerium sei zurückgerudert, „die Zahlen gehen wieder nach oben“, so Mahler. Immerhin könnten die Helfer vor Ort, die schneller beim Patienten sind, nicht nur Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen. „Die Anwesenheit der Helfer haben ja auch eine beruhigende Funktion und eine soziale Komponente“, betonte Mahler als ehemaliger oberster Stuttgarter Staatsanwalt.

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Pliezhausen Helfer vor Ort – wie bei der Feuerwehr kann es sein, dass auch die HvO um 3 Uhr nachts angefunkt werden und sofort ausrücken. „Und das alles rein ehrenamtlich“, sagte Christiane Voß. Seit 2005 gebe es ein eigenes HvO-Fahrzeug in Pliezhausen, aber oftmals rücken die Helfer auch mit eigenem Fahrzeug aus.

Am Sonntag haben drei junge HvO-Aktive in der Garage am Schillerplatz gezeigt, wie Erste Hilfe funktioniert. „Nein, wir singen bei der Herzdruckmassage nicht ‚Staying alive‘“, sagte einer der Helfer lachend. Viel zu erleben gab es rund um den Schillerplatz aber auch für Kinder, nicht nur im „Bärenhospital“. Eine Spielstraße wurde von der Jugendherberge Tübingen und Christoph Brandner mit sechs Freiwilligen organisiert.

„Über mangelnde Unterstützung können wir uns nicht beklagen“, sagte Voß. Aber: Finanziell sei das Rote Kreuz rein auf die Gaben der Bürgerschaft angewiesen. Die Aktiven vom DRK engagieren sich völlig ehrenamtlich für die manches Mal lebensrettende Hilfe. Und die Fahrzeuge kosten auch eine ganze Menge.

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