Engagierte Kirchentellinsfurter Gruppe möchte einen „Dorftreff“ in der Gemeinde – Improvisiertes Café auf dem Rathausplatz
Idyllisch sieht er aus, der Dorftreff auf dem Flyer der Kirchentellinsfurter Gruppe „Treffpunkte“. Ein hübsches Bild, gibt es den Ort in Kfurt? „Das Bild habe ich mit KI gestaltet“, sagte Ute Bechdolf schmunzelnd am vergangenen Samstagvormittag beim „Pop-up-Café“ auf dem Rathausplatz der Gemeinde. Dort war es ebenfalls idyllisch: Ein paar Bierbänke, Biertische, Stehtische, Sonnenschirme und jede Menge Brezeln, Kuchen, Häppchen und nette Menschen luden zum Verweilen ein.
So ähnlich wie auf dem Flyer stellen sich die zwölf Mitglieder der Gruppe „Treffpunkte“ einen künftigen Dorftreff vor. Obwohl. So richtige Vorstellungen haben sie nicht, schließlich müssen sie sich ja mit den Gegebenheiten vor Ort anfreunden. „Wir haben schon viel angesehen, wir gehen alle Gebäude im Ort gedanklich durch, bleiben am einen oder anderen hängen“, so Bechdolf. „Aber es geht ja um die Verfügbarkeit“, ergänzt Siegrun Zimmermann.
Die Gruppe sei in engem Kontakt mit der Gemeindeverwaltung, „wir wissen, dass der Gemeinderat und der Bürgermeister an der Idee arbeiten“. Vor rund 2,5 Jahren hat sich die Gruppe „Treffpunkte“ gebildet, im Rahmen des Generationennetzwerks in Kfurt fanden sich Interessierte zusammen, die jene Idee eines Dorftreffs faszinierte.
„Es geht um eine sorgende Gemeinschaft und auch um das Thema Einsamkeit – das ist ja ein riesiges Problem“, betonte Zimmermann. Ein Treff, in dem Menschen aller Generationen, aller Schichten, ohne Verzehrzwang zusammenkommen können – das wäre ein Traum. „Wir haben uns im Kreis Tübingen schon einiges angesehen, es gibt ja solche Einrichtungen schon“, betonte Bechdolf. In Wankheim etwa das Café Miteinander. Oder in Tübingen seien ähnliche Treffpunkte auch schon entstanden.
Solche Möglichkeiten zur Begegnung zu schaffen, das sei ja ein bundesweiter Trend, „das sind ja auch Orte der Demokratiebildung“, sagte Siegrun Zimmermann. Damit solch eine Idee in Kirchentellinsfurt nicht nur eine Vision oder gar eine Utopie bleiben muss, das hätten ja schon andere Projekte gezeigt, die aus dem Generationennetzwerk heraus entstanden sind – der Bouleplatz etwa, ein Spieletreff, Repair-Café oder nicht zu vergessen, die Dorf-App – das sei eine supertolle Ergänzung zum Gemeindeboten. „Es gibt in Kfurt viel Bereitschaft, sich zu organisieren“, sind sich die „Kümmerinnen“ einig.
Während des Gesprächs kommen an diesem Samstagvormittag immer wieder Menschen vorbei, sagen Hallo, ziehen weiter – oder sie bleiben auch stehen, setzen sich, bedienen sich an den leckeren Speisen und dem Kaffee. Bezahlen mussten die Gäste nicht dafür, es war eine Dreingabe zu der Möglichkeit, sich kennenzulernen, sich zu unterhalten. Ein Spendenkässle stand bereit.
Viele der Pop-up-Café-Besucher kannten sich bereits, andere kamen hinzu, waren interessiert, was es mit den Bierbänken auf dem Rathausplatz auf sich hatte. „Es ist gar nicht so einfach, in Kirchentellinsfurt Fuß zu fassen“, sagte Zimmermann. „Persönliche Kontakte sind wichtig, irgendwann wird man sie vielleicht mal brauchen“, so Ute Bechdolf.
Ob es denn schon mögliche Orte, mögliche Häuser in Kfurt gebe, die geeignet wären für einen Dorftreff? Bechdolf hatte an den Kfurter Bahnhof gedacht, „aber der ist ja im Tal unten, das Leben im Ort findet aber eher hier oben statt“. Wenn ein mögliches Gebäude, ein Laden, ein Ort gefunden wird, dann werde sich die zwölfköpfige Gruppe um alles Weitere kümmern. Um Öffnungszeiten, um Bewirtung, um Dienstpläne und so weiter.
Wer Interesse hat, sich in der Gruppe zu engagieren, kann sich melden, über die Email-Adresse . „Es ist eine sehr angenehme Gruppe“, betonen Zimmermann und Bechdolf. Rund 20 Kirchentellinsfurterinnen und Kirchenteillinsfurter saßen, standen, unterhielten sich am Samstagvormittag auf dem Platz vor dem Rathaus beim Pop-up-Café. Welch nette Idee. „Im Herbst werden wir dann das dritte Mal hier sein“, versprachen die beiden Frauen.