Wer braucht schon Adria oder Ägäis, wenn der Steinlachstrand in Mössingen lockt?

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Zehn Jahre Steinlachstrand in Mössingen am Freitagabend gefeiert – Rückblick an die Anfänge, Konzert und Strandparty

Lauschig ist es an diesem beschaulichen Plätzchen Erde, am Rande der Mössinger Innenstadt. Direkt an der Steinlach gelegen wurde hier in der Nähe der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ein Rückzugsort unter Bäumen geschaffen, der von Kindern, Eltern, Großeltern, von allen Bewohnern der Stadt auch liebend gern angenommen wird, wie Oberbürgermeister Michael Bulander am Freitagabend beim Steinlachstrandfest anlässlich des zehnjährigen Bestehens hervorhob.

„Hier ist ein Begegnungsort entstanden“, so Bulander. Doch bis es soweit kam, musste zunächst mal kräftig angepackt werden – und zwar mit Motorsägen und viel ehrenamtlicher Arbeit, berichtete Pastor Frank Mader in einer Talkrunde beim Blick zurück. „Anfangs war hier Wildnis, es sah aus wie an einer Autobahnraststätte, überall war Brombeergestrüpp und schwer vorstellbar, dass so ein Ort entstehen könnte.“ Erst als die Wildnis sich lichtete wurde erstmals die Steinlach sichtbar.

Woher vor elf Jahren die Idee für den Steinlachstrand stammt, wusste Matthias Kapp als damaliger Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) nicht mehr so genau, eine Vision seinerseits sei es nicht gewesen: „Die Idee war irgendwann da, dann ging es aber um eine Grundsatzentscheidung“, erinnerte sich Kapp bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des besonderen Strands.

„Was braucht es Adria oder Ägäis“, stand am Freitag als Frage über einer Bilderschau, die auf die Leinwand hinter der Bühne am Steinlachstrand projiziert wurde. Die Antwort ergab sich allein beim Blick ringsherum auf das idyllische Ambiente an diesem Mössinger Kleinod. „Mein Vorvorgänger im Amt, Hans Auer, wollte die Steinlach schon erlebbar machen“, berichtete der Mössinger Rathauschef.

Laut Volker Schmieder von der EmK haben in den vergangenen Jahren rund 50 Helferinnen und Helfer am Gelingen des Strandprojekts mitgewirkt. Ganz am Anfang stand aber eine einfache Buntstiftzeichnung von Tobias Ziegler als Visualisierung. „Die Zeichnung hat viel Inspiration freigesetzt“, so Kapp. Allerdings seien auch Bedenken da gewesen – drohte Vandalismus, Müll und wie sehe es mit der Frage der Aufsicht aus, wenn dort Kinder spielen?

Dennoch haben Förster Joachim Kern und Matthias Kapp das Projekt bei der Stadt vorgestellt. „Auch wir haben uns natürlich die Frage nach der Haftung an solch einem Ort gestellt“, so Bulander. Die Idee sei jedoch hervorragend gewesen, wenn auch nicht neu. „Aber die EmK hat das Projekt ins Rollen gebracht.“

Die Brücke von der Falltorstraße her habe dann zur Öffnung des Geländes geführt. In einem zweiten Schritt haben Stadt und EmK gemeinsam dafür gesorgt, dass das alte Mühlengärtle umgestaltet und zu einer weiteren Attraktion wurde. Doch es blieb nicht bei der Umgestaltung des Geländes zu einem Ort mit viel Aufenthaltsqualität.

Eine Vielzahl an Veranstaltungen wurde dort durchgeführt, „es gab immer wieder neue Ideen“, erinnerte sich Pastor Frank Mader, der acht Jahre lang das Projekt begleitete. Konzerte, Strandkino, Gottesdienste, Jugend- und Singabende, ein kulinarischer Strandempfang, Bibel am Strand – hinter allem steckte laut Mader das Konzept der Begegnung. Eine besondere, gesellige Art der Mission.

Ob denn auch mal was so richtig schiefgelaufen ist, wollte Jörg Finkbeiner als heutiger Pastor der EmK-Gemeinde wissen. „Outdoor ist immer ein Risiko“, so Mader. Manches Mal mussten Veranstaltungen wegen Regen in die Christuskirche umziehen. Michael Bulander erinnerte an eine Überschwemmung im Juni 2023: „Der Sand war weg, aber die Mauer hielt.“ Einmal sei Abwasser in die Steinlach gelangt, das musste abgepumpt werden. Als der Strom ausging, „konnte nur noch die Kirche helfen“, so der OB.

Das Konzept am Steinlachstrand habe sich als richtig erwiesen, Kirche sei heute Begegnung, betonte Kapp als Superintendent. Das hat sich auch am Freitagabend gezeigt – da wurde gemeinsam gefeiert. Und das nicht nur mit Wortbeiträgen, sondern auch mit einem Konzert der Band „7up“, dem Posaunenchor der EmK, mit Sektempfang und dem Entzünden von Fackeln zwischen Steinlachstrand und Mühlengärtle.

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