Neuer Bürgermeister in Gemeinde mit Charakter – Marc Roth ins Amt eingeführt

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38jähriger Marc Roth als neu gewählter Bürgermeister von Kusterdingen am Samstagabend in der Festhalle in Mähringen feierlich ins Amt eingesetzt

„Die Gemeinde lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen“, sagte Marc Roth als neuer Bürgermeister von Kusterdingen am Samstagabend in der Turn- und Festhalle in Mähringen. In seiner Antrittsrede erinnerte er sich an seinen Großvater, der mit gleich mehreren Ehrenämtern genau das vorgelebt hatte – Verantwortung zu übernehmen. Und nun ist sein Enkel, der ebenfalls in Kusterdingen aufwuchs, Rathauschef der Gemeinde auf den Härten.

Dabei hat der Neue im Amt nach den Erläuterungen von Tübingens Landrat Dr. Hendrik Bednarz keine glasklare Verwaltungslaufbahn eingeschlagen. Im Gegenteil: Zuerst lernte Marc Roth Steinmetz, eine Tätigkeit, die laut Bednarz „Präzision und Fingerspitzengefühl erfordert und manchmal muss man auch Betonköpfe bearbeiten“. Also Fähigkeiten, die einem als Bürgermeister durchaus zugutekommen können.

Danach studierte Roth allerdings Geschichtswissenschaften und gelernter Speditionskaufmann sei er auch noch. Damit nicht genug: Roth war nach den Worten des Landrats zudem Büroleiter eines Landtagsabgeordneten und zuletzt Geschäftsführer des Reutlinger Mieterbunds.

Nun also Bürgermeister. „Sie werden in ihrem neuen Amt feststellen, dass Sie es nicht allen recht machen können“, betonte Elviar Hornung am Samstagabend in der Mähringer Turn- und Festhalle. Das erläuterte die stellvertretende Bürgermeisterin von Kusterdingen dem Publikum kurz bevor sie Marc Roth vereidigte und damit offiziell ins Amt einsetzte. Am 3. Mai hatte der Kusterdinger in der Stichwahl mit 53,6 Prozent der Stimmen den Wahlsieg vor Jens Deichmann eingefahren.

Anspruchsdenken werde der Neue im Amt oft zurückweisen müssen und Roth brauche „ein stabiles Nervensystem“, betonte Hornung. Aber: Es gebe durchaus auch positive Aspekte im Bürgermeisterdasein, so seine künftige Stellvertreterin. Ein tolles Team in der Kusterdinger Verwaltung gehöre dazu. Und: Kusterdingen habe viel zu bieten, die Schulen zum Beispiel oder weltmarktführende Unternehmen und vor allem, so hob Marc Roth es selbst hervor – ganz viel Heimat.

Er sei auf den Härten aufgewachsen, er habe dort Fußball gespielt, nach der Schule ging er allerdings nach Kanada und Hamburg – im Herzen sei er aber immer Kusterdinger geblieben. „Mit großer Dankbarkeit und Demut nehme ich das Amt an“, betonte er, nachdem er den Amtseid geschworen hatte – „so wahr mir Gott helfe“. Er bedankte sich für das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler, Roth werde stets das Beste für die Gemeinde suchen. Und zwar für alle Teilgemeinden, wie er betonte. Er wolle dazu beitragen, dass die Teilorte weiter zusammenwachsen.

Zwar sei er sich klar darüber, dass er nicht alle Wünsche erfüllen könne. Aber einen Schwerpunkt wolle er setzen bei jungen Menschen, dass sie die bestmöglichen Entwicklungschancen haben. Die Landschaft und die Landwirtschaft seien wesentliche Bestandteile auf den Härten, aber auch die historische Bausubstanz in den Teilorten. „Die Härten sind Heimat mit Charakter.“

Als Bürgermeisterkollege aus Dußlingen und Vizepräsident des Gemeindetags Baden-Württemberg betonte Thomas Hölsch am Samstagabend: „Heute beginnt dein neuer Lebensabschnitt.“ Das Amt werde manchmal anstrengend, oft herausfordernd sein, „aber es ist das schönste Amt, das es gibt“, so Hölsch.

Ganz nah an den Menschen werde Roth sein. „Du hast das Amt übernommen, um stets das Beste für die Gemeinde zu erreichen.“ Dabei stehe der neue Rathauschef aber nicht alleine da, er wisse das Verwaltungsteam, den Gemeinderat und auch die Bürgermeisterkollegen im Landkreis an seiner Seite. Einen Rat gab Hölsch Roth auch mit: „Der Austausch mit den Kollegen ist oft mehr wert als jedes Lehrbuch.“

Roth versprach, er werde zuhören „und unterschiedliche Meinungen ernst nehmen“. Sein Notizbuch habe er immer dabei. Roth freue sich, „den künftigen Weg gemeinsam mit Ihnen zu gehen“, sagte er zu den Anwesenden in der Festhalle. Langanhaltender Applaus folgte, bei Elvira Hornung bedankte sich der neue Bürgermeister mit einer Weinflasche für die Moderation des Abends, sie übergab ihm zum Start ins Amt ebenfalls eine Flasche Wein. „So geht man achtsam mit Mitteln um“, lachte Marc Roth daraufhin.

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