Heute war Stromausfall in Reutlingen: Um 1.43 Uhr in der Nacht hat ein Umspannwerk gebrannt, nach drei Stunden sei der Brand gelöscht gewesen, hieß es. Aber: In Kirchentellinsfurt, Wannweil und auch Reutlingen blieben manche Läden den ganzen Tag geschlossen, Türen gingen nicht auf, Wannweils Apothekerin hat es zu einiger Berühmtheit geschafft, weil sie in der Tagesschau über die Lage berichtete.
Bei uns, also in Betzingen, war das WLAN weg, als wir aufstanden, und die Digitaluhr am Herd blinkte. Das waren die einzigen Zeichen für einen Stromausfall. Seltsamerweise waren wir also in der Wohnung nur sehr punktuell betroffen, denn: Die Mikrowellenuhr war ebenso weitergelaufen wie der elektrische Wecker von Bine. Wir wunderten uns. Hatten die beiden Uhren den Stromausfall verschlafen?
Telekom und Telefon seien ebenfalls betroffen, hieß es im Radio. Den ganzen Tag über gab es Meldungen zu dem Vorfall, es sei wohl ein Anschlag gewesen, hieß es. Drei Brandstellen habe man an dem Umspannwerk gefunden.
Als ich gegen 16.15 Uhr nach Gönningen fuhr, fiel mir nichts auf. Nur bei der Rückfahrt, da waren gegen 17 Uhr die Ampeln an der Kreuzung Alteburgstraße – Gustav-Schwab-Straße ausgefallen. Seltsam, dachte ich.
Denn wenige Meter weiter, in der Gustav-Schwab-Straße, funktionierten die Ampeln. Und sonst überall auch. Mysteriös. Gerade kommt Bine nach Hause und berichtet, dass in der Stadt heute Nachmittag plötzlich der Strom wieder weg war. Leute in den geöffneten Läden kamen nicht mehr raus, die Kassen funktionierten nicht mehr.
Und im Radio kam die Meldung, dass Supermärkte die Waren aus den Tiefkühltruhen hätten wegwerfen müssen. Glücklicherweise war die Reutlinger Klinik ziemlich schnell wieder am Netz. Dennoch war das ein Großkampftag für alle Rettungseinheiten. Lob und Dank dafür – und auch für die schnelle Bewältigung und Reparatur im Umspannwerk. Was bleibt? Auch hier dürfen wir dankbar sein, auch dafür, dass wir eigentlich so gut wie gar nicht von den (für manche so katastrophalen Auswirkungen) betroffen waren. .
Aber was war mein bedeutendstes Erlebnis heute? Als ich an der Kreuzung Alteburgstraße mit der defekten Ampel in die Gustav-Schwab-Straße hineingefahren war, sah ich dort auf dem Gehweg ein Paar Turnschuhe stehen. Einfach so. Mitten auf dem Gehweg. Schön nebeneinander aufgestellt. Hatte das irgendwas mit dem Stromausfall zu tun? War da jemand durch einen Stromschlag aus seinen Schuhen gejagt worden? Ich weiß es nicht. Von dem Turnschuhträger oder der -trägerin war nirgendwo auch nur der Hauch einer Socke zu sehen.