Bestes Wetter, viel Kreatives und jede Menge Hühner – HandmadeART in Reutlingen

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„HandmadeART“ zum 5. Mal auf dem Reutlinger Marktplatz mit einigen Neuheiten und insgesamt 59 Ständen

Was für eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichstem Handwerkskönnen offenbarte sich da am Sonntag auf dem Reutlinger Marktplatz: Von selbstgefertigtem Schmuck, Gehäkeltem und Gestricktem an mehreren Ständen waren bei der HandmadeART obendrein Kerzen zu finden, Keramik-Hörner als Deko für den Garten oder auch fürs Wohnzimmer – also „lauter Sachen, die man eigentlich nicht braucht“, wie ein Messebesucher am gestrigen Sonntag im Vorbeigehen von sich gab.

Die Antwort lieferte ein Spruch an einem Stand namens „Wortschätze“, nämlich: „Nimm dir Zeit für Dinge, die glücklich machen.“ Und so sahen es offensichtlich auch die allermeisten Besucherinnen und Besucher dieser kleinen aber feinen Messe.

Einen Stand weiter lockte die hochkreative Kartenkünstlerin Van mit unglaublich filigran gestalteten Karten: Die entfalten ihre Pracht von Bäumen, Kutschen, Sprüchen, Blumen und Glückwünschen genau dann, wenn sie aufgeklappt werden. „Dazu braucht man ein spezielles japanisches Papier, das muss 104 Gramm schwer sein“, sagte die Grafikdesignerin Van aus Schwäbisch Hall. Entspricht das Papier nicht genau diesen Anforderungen, dann klappt das mit dem Aufklappen und Entfalten nur ein einziges Mal.

Künstlerisch ging es fast an allen der insgesamt 59 Ständen auf dem Marktplatz zu. „Wir haben einige Neuheiten, wie etwa einen tollen Glasmaler“, berichtete Beate Hüls als Veranstalterin des HandmadeART-Markts. Zum fünften Mal war die Handwerkskunstmesse gestern auf dem Marktplatz. Hüls freute sich über das ausgezeichnete Wetter (nicht zu heiß, nicht zu kalt und nass). Und Beate Hüls freute sich auch über die zahlreichen Besucher, „das sind so viele wie nie zuvor“.

Gut sei aber auch die Zusammenarbeit mit den Gastronomen am Marktplatz gewesen – ob der ein oder andere Tisch ein wenig mehr nach rechts oder links gerückt werden oder beim Alexandre eine kleine Fläche mitgenutzt werden könnte – alles kein Problem. „Die Gastronomen haben gesagt, sie freuen sich auf die HandmadeART“, so Hüls.

Offensichtlich gefreut haben sich auch die Besucherinnen und Besucher über das Angebot: Willi aus Wetzlar etwa war auch dabei – er hatte Südtiroler Spezialitäten von Käse bis Rauchfleisch im Angebot dabei. Weniger deftig ging es an einem Stand zu, der selbstgemachte Bonbons und Eis offerierte. Gsälz und andere „Köstlichkeiten aus eigenen Früchten“ gab es an einem Stand aus Wankheim.

Hochprozentiges zeigte Gerd Stöferle aus Ehingen: Er hatte Whiskey, Williamsbirne, Gin und noch viel mehr aus Ehingen mitgebracht. „Das sieht ja spannend aus“, sagte eine Frau zu einem hochprozentigen Kirschgetränk. „Das lag vier Jahre in einem Holzfass, ist nicht scharf und hat eine leichte Vanillenote“, so Stöferle.

An einem Stand mit offensichtlich afrikanischen Produkten in sehr farbigem Design erläuterte Roland Fischer aus Lenningen/Teck: „Ich war über 20 Jahre in Afrika.“ Seine Frau aus Ghana fertigt bunte Tischsets, andere Angebote wie Jacken, Tücher und mehr kommen ebenfalls aus Afrika, aus Tansania und Namibia.

Darunter auch kunstvoll gefertigte Perlenverzierungen an kleinen runden Stofffetzen von Moskitonetzen – zwei bis drei Stunden sitzen laut Fischer die Frauen an solch filigranen Kunstwerken. „Dafür bräuchte ich Tage“, sagte eine Besucherin. Und was fängt man damit an, mit so einem Kunstwerk? Man legt sie über ein Glas – und hält damit Insekten von Getränken ab. Fischer selbst hatte zudem eine interessante Geschichte mitgebracht: Er war Professor in Afrika und unterrichtete künftige Finanzbeamte aus dem Südsudan im Steuerrecht.

Mit viel Witz präsentierte Brigitte Wohlschieß aus Balingen sich und ihren Stand: Was es dort zu sehen gab? „Hennen wie du und ich.“ Bilder und Postkarten mit fantasiereichen und kunstvoll gestalteten Hühnern, Hähnen und anderem Getier. „Die Ähnlichkeiten zwischen Hühnern und Menschen sind größer als man vermuten würde“, hat die Grafikdesignerin selbst beobachtet. Ein Beispiel? Ein Huhn blickt sehnsüchtig schmachtend einen Wasserhahn an. Der Kommentar: „Daniela verliebt sich immer in die falschen.“

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