Aktionstag beim Polizeisportverein (PSV) Reutlingen auf dem Sportbogenplatz im Eichwäldle erneut ein voller Erfolg
Was gab es da alles zu sehen, zu bestaunen, aber auch selbst auszuprobieren am gestrigen Sonntag beim Aktionstag des PSV Reutlingen – dem Sportverein, der einst von Polizisten gegründet wurde, aber heute nur noch rein geschichtlich auf diesen Ursprung blickt. „Wir haben vielleicht noch vier Polizeibeamte im Verein“, sagte Hans Tutsch. Und der Verein zählt heute rund 1.250 Mitglieder.
Gestern konnten Kinder und Erwachsenen sich in den neun unterschiedlichen Sportarten ausprobieren, die der PSV zu bieten hat. Karate etwa. Oder Judo. Badminton und noch viel mehr. „Besonders stark nachgefragt beim Aktionstag ist immer das Lichtgewehrschießen“, betonte Tutsch. Viele Besucherinnen und Besucher des traditionellen Aktionstages seien immer wieder verwundert, dass der PSV das überhaupt anbietet.
Viele Zuschauer drängten sich gestern während der Aufführungen um die Sportbogenschützinnen und -schützen. Robert Kreuzer ist einer der den Bogen raus hat. „Wir waren selbst mal beim Aktionstag und haben uns dann als Familie angemeldet“, berichtete er. „Es ist doch schön, wenn man gemeinsame Interessen hat.“
Zumal der PSV auch noch Feldbogenschießen anbietet – also die Busch-Variante, wie Peter Tonat dem Publikum erläuterte. Diese Abteilung zählt mehr als 200 Mitglieder, „wir sind bundesweit der größte Feldbogenverein und haben hinterm Schützenhaus den größten Parcours in Süddeutschland“, so Tonat.
Noch beliebter als das Bogenschießen ist beim PSV aber das Turnen – mehr als 600 Mitglieder sind dort dabei, die allermeisten sind Kinder. „Wir haben da sogar eine Warteliste, was uns fehlt, sind Übungsleiter in dem Bereich“, sagte Hans Tutsch als Pressesprecher und Vorstandsmitglied des Vereins. Das Orga-Team hatte sich im Vorfeld einige Gedanken gemacht und sich die Frage gestellt, ob Muttertag der richtige Termin sei.
„Wir haben schönes Wetter und die Interessierten kommen“, sagte Tutsch und deutete in die Runde auf dem Bogenplatz. Mehr als 50 Helferinnen und Helfer des Vereins waren gestern auf und neben dem Platz unterwegs, „wir sind froh, dass das immer funktioniert“, sagte auch Engelbert Epple als Vereins-Engagierter. „Für uns geht es beim Aktionstag darum, die Jugendarbeit zu verstärken“, waren sich Tutsch und Epple einig.
Er ist Abteilungsleiter für den Kraftsport – und macht sich besonders für die Senioren stark. Sein Motto: „Was braucht es Fitnessstudios – wir haben zwar nicht den Luxus, sind aber billiger, bei uns macht es Spaß und es entsteht Teamgeist.“ Epple weiß genau, welche Übungen dazu führen, dass besondere Muskeln gestärkt werden. Ob bei Hüft-, Rücken- oder sonstigen Schmerzen.
Großen Spaß hatten am gestrigen Sonntag beim Aktionstag vor allem auch Kinder: Bei einer Olympiade konnten sie alle Sportarten durchprobieren – vom Ringewerfen über Seilhüpfen bis zu Badminton, Bogenschießen, Judo, Karate und noch mehr.
Ausprobieren wollten aber auch Erwachsene vor allem das Bogenschießen. Doch zunächst galt es, den Könnerinnen und Könnern über die Schulter zu schauen: Geübte Vereinsmitglieder zielten auf Luftballons an der 20 Meter entfernten Scheibe. Plopp, plopp, plopp – im Sekundentakt ließen die Schützinnen und Schützen die Ballons platzen. Sehr beeindruckend.
Für die Interessierten war die Scheibe in sechs bis acht Metern Entfernung aufgestellt worden – und beim Selbsttest mussten die Schützen erkennen, dass das gar nicht so einfach ist, mit dem Zielen, die Sehne des Bogens bis zur Nase ziehen, sie zu spannen und das Gelbe, also das Zentrum der Scheibe nicht aus den Augen zu verlieren. Was für ein glorreiches Gefühl, wenn der allererste Schuss dann genau in der Mitte landet. Was sich aber schnell relativierte, als es hieß: Bei Wettbewerben stehen die Scheiben in rund 70 Metern Entfernung.