Große Jubiläumsfeier Reutlinger AltenHilfe GmbH feiert am Donnerstagabend großes Jubiläum im Haus Voller Brunnen mit einem Konzert und zahlreichen Worten
Ungewöhnlich. Wenn ein städtisches Tochterunternehmen den 50. Geburtstag feiert, dann ist das grundsätzlich schon was Besonderes. Wenn dieses Unternehmen sich obendrein noch um das Thema Pflege in der Stadt Reutlingen kümmert, dann erst recht. Am Donnerstagabend hat nun die „Reutlinger AltenHilfe gemeinnützige Gesellschaft“ gefeiert und zwar – sehr ungewöhnlich.
Nach stilgerechtem Sektempfang und leckeren Häppchen im Hof vom Haus Voller Brunnen erwartete die Gäste – nämlich „die Wegbegleiter unserer Geschichte“, so RAH-Geschäftsführer Timo Vollmer – ein Konzert. Und zwar eines, das es in sich hatte: Das Ensemble „Harmonic Brass“ präsentierte Blechblasmusik vom Feinsten, in allen möglichen Musikstilen und Musikrichtungen.
Dabei zeugte das Repertoire der studierten Blechbläser von einer unglaublichen Vielfältigkeit: Sie reichte von „Adiemus“ über den „Bolero“ bis hin zu einem Medley der britischen Popgruppe Queen. Das Lied „We are the champions“ passte da bestens ins Programm.
Bei den vier Musikern und der einen Musikerin treffen Virtuosität auf perfektes Können und ebensolche Harmonie – wie der Name des Ensembles es bereits schon verspricht: Harmonic Brass. „Chapeau“, zollte Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck an diesem besonderen Abend dem Blechblas-Ensemble höchsten Respekt.
Als „Champions“ erweisen sich nach den Worten von Onur Gülsoy aber auch tagtäglich, die Beschäftigten der Reutlinger Altenpflege Gesellschaft bei der Betreuung und Versorgung von alten Menschen in den mittlerweile sieben Einrichtungen. Und sie tun das 365 Tage im Jahr. Ohne Ausnahme.
„50 Jahre sind eine lange Zeit, in der sich alles verändert hat“; so der RAH-Betriebsratsvorsitzende. „Was sich jedoch nicht verändert hat, ist, dass das Unternehmen von den Menschen lebt, die hier jeden Tag ihre Arbeit machen“, so Gülsoy. Seinen Dank richtete er an alle, die die RAH aufgebaut „und auch durch schwere Zeiten geführt haben“. Natürlich muss da Werner Rumpel genannt werden, der 2006 als erster hauptamtlicher Geschäftsführer die Gesellschaft kurz vor der Insolvenz wieder auf Kurs gebracht hat.
Doch der Dank des Betriebsratsvorsitzenden galt am Donnerstag auch „all den Menschen im Hintergrund – das Unternehmen funktioniert nur gemeinsam“, so Gülsoy. „Die Arbeitszeiten müssen machbar sein, ganz wichtig ist, dass alle miteinander sprechen.“
Die Zukunft werde nicht einfacher werden, Digitalisierung und Arbeitskräftemangel müssten bewältigt werden. „Die RAH ist nicht nur Arbeitsplatz für die Menschen, wichtig sind Kolleginnen und Kollegen, die sich helfen, wenn es drauf ankommt“, betonte Onur Gülsoy.
Während OB Keck in seiner Rede vor allem auf die 50jährige Geschichte des Reutlinger Unternehmens einging, hob Werner Rumpel in einem zugesandten Grußwort hervor: „Ich bin froh, 14 Jahre lang Teil der RAH-Geschichte gewesen zu sein.“ Zusammen mit Robert Hahn – der vor Rumpel als Reutlinger Bürgermeister quasi nebenher die Geschäftsleitung des Unternehmens zu führen hatte – sei es gelungen, die RAH aus der Krise herauszuführen. „Robert Hahn hatte immer wieder gesagt: Das kriegen wir hin, Augen zu und durch“, so Rumpel.
Sein Nachfolger im Amt, Timo Vollmer, deutete am Donnerstagabend auf eine Wanderausstellung, die bis Ende Mai noch im Haus Voller Brunnen und danach in den anderen Reutlinger Pflegeheimen zu sehen sein wird. Die Ausstellung dokumentiert die vergangenen fünf Jahrzehnte RAH-Geschichte. Zusätzlich ist eine Broschüre entstanden, die diese Ausstellung in Kleinformat wiedergibt.
Thomas Keck betonte bei der Jubiläumsfeier: „Die RAH ist ein Leuchtturm für gute Pflege ist.“ Allerdings steht die RAH laut Timo Vollmer generell vor enormen Herausforderungen: „Die Pflege ist unterfinanziert, die Situation der Selbstzahler prekär.“ Zudem gehen laut Vollmer die Babyboomer in Rente, auch in der Pflege, und sie werden zudem die künftigen Bewohner der RAH sein.
Wie all das zu bewältigen sei? „Wir leben in der Mitarbeiterschaft ein Wertebild, in der die Haltung sehr wichtig ist“, so der RAH-Geschäftsführer. „Ohne euch wäre alles nicht möglich, Danke für euren Einsatz, eine große Mitarbeiterfeier wird es im Herbst geben“, versprach Vollmer. Zu Robert Hahn sagte er: „Sie sind seit 2006 Aufsichtsratsvorsitzender der RAH, Sie sind Wegbereiter und Möglichmacher.“ Abschließend folgte bei der Feier ein Film zu 50 Jahren Geschichte der RAH. Vollmer sagte dort: „Mit 50 geht‘s erst richtig los.“