Gemeinderat besichtigt Baustelle an der Gomadinger Sternbergschule – Schulhof und Sanitärräume der Sternberghalle sind im Entstehen
(Foto: Landschaftsarchitekt Jörg Sigmund (3. von rechts) erläuterte dem Gemeinderat am Dienstag auf der Baustelle, wie der Schulhof mal aussehen soll.)
Der neue Schulhof der Sternbergschule wird toll. Davon überzeugte Landschaftsarchitekt Jörg Sigmund am Dienstagabend den Gomadinger Gemeinderat bei einem Baustellenrundgang zunächst durch die neu entstehenden Sanitärräume für die Sternberghalle.
Viel zu sehen gab es dort nicht, bis auf zahlreiche Stützen, die zur Sicherung der neuen Betondecken dienten. Außerdem war es natürlich noch ohne Leuchten und Lampen ziemlich düster dort unten in dem Gang und den Räumen, die mal Umkleiden und Duschen für die Sportlerinnen und Sportler werden sollen.
Allerdings wird durch die neuen Räumlichkeiten laut Bürgermeister Clemens Betz der Missstand behoben, dass bislang die Nutzer einen Stock hinunter über eine Treppe – und somit alles andere als barrierefrei – in die Halle gehen mussten. Quasi als Bonbon wird die Hallenbühne obendrein einen rückwärtigen Zugang erhalten – so dass bei Aufführungen die Bühnenstars nicht mehr wie bisher zunächst durch die ganze Halle spazieren mussten.
(Foto: So sieht die Baustelle an der Gomadinger Sternbergschule aus, die einmal ein Schulhof werden soll.)
Hauptelement der Baustellen-Besichtigungstour war am Dienstag jedoch der neue Schulhof. Was der Landschaftsarchitekt dort bei sehr frischen Temperaturen – „wir hatten uns auf 25 Grad und kurze Hosen eingestellt“, so Betz – per Plan präsentierte, erforderte allerdings ziemlich viel Fantasie. Kaum vorstellbar, dass die momentane Betonlandschaft mit Graben, Holzbrettern und -stegen sowie Stahlgittern einmal eine 1.200 Quadratmeter große Spiel- und Tobfläche mit Kletterelementen entstehen soll. Ein Baumstamm zum Balancieren soll dort einen Platz finden, ein Ruhebereich, in dem bei schönem Wetter gegessen werden kann und dazu noch „Pflanzen, die ins Biosphärengebiet passen“, so Sigmund.
Für all das (und die bereits vorhandene künstlerisch schiefe Hütte) sei die Fläche dann doch wiederum gar nicht so riesig, wie man denken könnte, betonte der in Gomadingen bestens bekannte Architekt – neben dem Friedhof hatte er im Ort auch den Spielplatz an der Lauter und den beim Kindergarten gestaltet.
Damit der neue Schulhof ganzjährig genutzt werden kann, soll er eine besondere Oberfläche erhalten – einen Boden wie die Tartanbahnen auf Sportplätzen. Nur dass der blaue Untergrund im Schulhof 120 bis 150 Millimeter dick sein soll. Der Boden werde nicht nur als Fallschutz benötigt, er sei auch UV-beständig. Andere Oberflächengestaltungen mit Sand oder Rindenmulch wären nicht praktikabel, weil sie mindestens einmal pro Jahr ausgetauscht oder ergänzt werden müssten, so Sigmund. „Der blaue Kunststoffboden mit bunten Punkten drauf ist tatsächlich alternativlos.“
Clemens Betz lobte die „tollen Ideen“ des Landschaftsarchitekten – die allerdings auf die Schülerinnen und Schüler wie auch die Lehrerinnen zurückgehen. Die Kleinen wurden nämlich zuerst gefragt, was sie denn gerne auf dem Schulhof hätten. Ein „Klettergerüscht“ stand dabei ganz oben auf der Liste. Dazu ein Baumstamm, das Hexenhüttle und ein kleiner Naturbereich, der für die nachhaltige Entwicklung stehe.
Einen Haken hat die Sache allerdings: Rund 340.000 Euro werde die Schulhofgestaltung kosten, plus Architektenhonorar. 30.000 Euro stehen laut Betz im Haushalt drin. Eigenleistungen werden nach den Worten des Bürgermeister hier – im Gegensatz zum Spielplatz an der Lauter – kaum möglich sein. „Der Schulhof ist eine ganz andere Nummer“, so der Bürgermeister. Fördermittel gebe es einzig vom Biosphärengebiet von maximal 15.000 Euro. Fertiggestellt werde der Schulhof allerdings nicht mehr in diesem Jahr, Juni 2027 sei laut Sigmund eine realistische Perspektive.
„Wir haben in der Zeit für die Not gespart und können uns den neuen Schulhof leisten“, betonte Clemens Betz. Ob das Geld rein über den Griff in die Rücklagenschatulle finanziert wird oder ob doch noch andere Mittel gefunden werden, „das weiß ich noch nicht, aber ich bin sicher, dass wir uns das leisten können“, betonte der Gomadinger Noch-Rathauschef.
Für die Entscheidung über die Vergabe der Estrich- und Fliesenarbeiten in den Sanitärräumen der Sporthalle hatte sich der Gemeinderat ins Rathaus begeben. Dass die Kosten für die Maßnahmen mit 50.000 Euro rund 8.000 Euro über dem Kostenrahmen lagen, sei laut Betz auf die drastisch gestiegenen Energie- und Lohnkosten seit 2024 zurückzuführen. Der Gemeinderat entschied sich dennoch einstimmig für das Angebot.