Ohmenhausen erhält nach jahrelangem Bemühen Im Hegis eine neue Ortsmitte – 20 Wohnungen, Dorfplatz und neues Bezirksamt mit Bürgersaal geplant
Es ist ein das zweite Großprojekt, das in Ohmenhausen (nach Bau des Pflegeheims) nun ansteht. „Die Freude im Ort ist groß, dass hier nun tatsächlich eine Ortsmitte entstehen soll“, sagte Bezirksbürgermeisterin Andrea Fähnle am gestrigen Montagvormittag in Ohmenhausens Im Hegis. Eine Ortsmitte gab es nämlich bislang nicht, wo man sich treffen kann, in der gefeiert, gewohnt und auch verwaltet wird.
So sah das auch Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck beim Pressetermin zur Vorstellung des Projekts – das sehr lange währte. Werner Koch bestätigte das als langjähriges Bezirksgemeinderatsmitglied und Vorkämpfer für diese Idee des neuen Zentrums von Ohmenhausen, wie Fähnle hervorgehoben hatte.
„Was hier entsteht ist mehr als ein Bauprojekt“, so Keck in seinen Ausführungen. „Es entsteht eine lebendige Ortsmitte, ein Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger, mit modernem, qualitätsvollem und bezahlbarem Wohnraum für unterschiedliche Lebenssituationen.“ Geplant sei von der GWG weiterhin ein Bürgersaal, „der Raum für die Gemeinschaft schafft“, so der OB.
In dem neuen L-förmigen Gebäude sollen 14 Wohnungen entstehen, dazu Räume für das Bezirksrathaus. Das könne dann endlich umziehen, es werde „viel zentraler und besser erreichbar sein wird als am bisherigen Standort“, betonte Thomas Keck.
Allerdings sei ein extrem langer Atem erforderlich gewesen von der Idee bis zur Planung und Umestzung: „Es war fast zum Verrücktwerden, immer wieder war ein Stolperstein aufgetaucht“, berichtete Stefan Dvorak. Schon 1994 habe Werner Koch die ersten Ideen eingebracht. 20 Jahre später „war dieses Gebiet dann im Ortsentwicklungskonzept als Schlüsselstandort definiert worden“, so Keck.
Seitdem sind weitere mehr als zehn Jahre vorbei. Das Zeichen sei nun aber eindeutig und klar: „Es geht voran“, betonte Reutlingens OB. Er nannte den Schritt, der nun vollzogen werden könne (mit der GWG als „starkem Partner an der Seite“) historisch. Gerade in den heutigen schwierigen Zeiten sei es ein „starkes Signal, ein solches Projekt entschlossen anzupacken“. Der ebenfalls anwesende GWG-Chef Heiko Kasten freute sich nach seinen eigenen Worten „Partner in diesem Projekt sein zu dürfen“.
Florian Bertz erläuterte daraufhin anhand eines Modells den Plan für die neue Ortsmitte: „Das Modell vereint alles, was gewünscht wurde“, betonte der GWG-Prokurist. Generationenübergreifendes Wohnen gehöre in rund 20 Wohnungen dazu, der Baum bleibe erhalten, die Hofsituation werde ausgebaut, dazu komme ein Bürgersaal.
(Foto:Hier wird die neue Ortsmitte von Ohmenhausen entstehen, beim offiziellen Pressetermin freuten sich (von links) GWG-Prokurist Florian Bertz, GWG-Chef Heiko Kasten, OB Thomas Keck, Ohmenhausens Bezirksbürgermeisterin Andrea Fähnle, Planungsamtsleiter Stefan Dvorak und Ohmenhausens Vorkämpfe für die Ortsmitte Werner Koch.)
Zunächst müssen aber zwei Gebäude abgerissen werden. Eines davon hat laut Koch den 30jährigen Krieg im 17. Jahrhundert überlebt, das andere kam dann dazu. Bedenken vom Denkmalamt seien keine gekommen, „da wurde zu viel im Lauf der Jahrhunderte um- und angebaut“, so Werner Koch.
Auch das „Waschhäusle“ wird nach den Worten von Stefan Dvorak weichen müssen. Aber: „Die Materialien werden wir in der neuen Ortsmitte verwenden“, so der Planungsamtsleiter. Hinter dem L-förmigen Flachdach-Gebäude werde ein weiteres Haus entstehen, allerdings mit Satteldach, für sechs bis sieben Wohnungen. Die Planung für dieses Jahrhundertprojekt für Ohmenhausen habe zwar lange gebraucht, sei laut Dvorak nun aber „richtig gut gelungen“.
Am Freitag, 15. Mai, soll ab 15 Uhr das Projekt mit Plänen und Gesprächen der Ohmenhäuser Bevölkerung vorgestellt werden. Ort wird die alte Dorfschule sein, selbst Pläne für die entstehenden Wohnungen könnten dort begutachtet werden. „Die Nachfrage nach kleineren Wohnungen ist in Ohmenhausen richtig groß“, wusste Koch zu berichten.
Der Abriss der Gebäude Im Hegis sei laut Bertz vorbereitet. Die Häuser gehören bereits der Stadt oder der GWG, der Start der Abrissmaßnahmen sei für Herbst 2026 realistisch. Ein Baubeginn für die neue Ortsmitte könnte dann voraussichtlich für Ende 2027 angegangen werden, so Bertz.
Allerdings hänge dieser Zeitplan noch davon ab, ob die Bürgerschaft sich am 15. Mai positiv über die Pläne äußere. „Dann könnten wir den Bauturbo anschmeißen“, so Dvorak. Ein beschleunigtes Verfahren wäre möglich – „sollten wir aber merken, dass noch manche Bauchschmerzen vorhanden sind, dann müssten wir das normale Bebauungsplanverfahren durchführen“, so der Planungsamtsleiter. Und das würde länger dauern. Vermutlich deutlich länger.