Vor kurzem war’s, noch nicht lang her, da wussten wir noch nicht so sehr –
soll‘n wir nach rechts geh‘n oder links
oder rollern auf dem Dings? Soll’n wir Hölders Spuren suchen,
auf dem Gaul ein Ticket buchen?
Am Österberg im Flug galant?
Doch ich nahm Bine an die Hand.
Ein Zeichen dann am Ammerstrand:
„Schau, da liegt Hyperion – der flattert windig fast davon, das ist doch Hölderlin sein Werk.“
Ob uns ein Päuschen wirklich stärkt? „Ist das der Hölder höchstpersönlich“, fragt Bine und
lacht ungewöhnlich. „Sah der Hölder denn so aus? Oder ist’s der Santa Klaus?“
„Ordinary man“ steht dort geschrieben. Uns hat er aber doch vertrieben.
Wir fanden hinterm Österberg die Skyline von des Menschen Werk.
Häuser hoch und Häuser breit,
hätt‘ das den Hölder wohl erfreut?
Zu sehen solche Häuserriesen? Hätt‘ er als Ode sie gepriesen?
Wohl kaum. Vielleicht sah er ‘nen Elch im Traum.
Doch wer weiß das schon genau, wir sind ja nicht besonders schlau. „Schau nur hin, könnt‘ er das sein?“
Hölderlin, im Schlafe wandelnd?
Oder dort im Schatten sandelnd?
Ganz sicher hier ist die Figur, so armlos, Hölderlin gewidmet.
„Es ist wohl so“, sagt Düstermann und schaut uns seltsam düster an. „Doch wenn ihr Hölder finden wollt,
dann fragt den Hesse, seid ihm hold.“ Wir taten wie uns ward empfohlen,
und sahen dann – Siddharta wie auf Kohlen?
Bine zog der Typ ganz magisch an, „Geh nicht zu nah an den heran“, rief ich ihr zu ganz unumwunden, doch schon zu spät, sie war verschwunden.
Wo könnte sie denn jetzt wohl sein? Sie wurd‘ doch nicht zum Stachelschwein?
Wo nur könnt‘ ich Bine finden, ich ging zum Fluss, sah Boote schwinden.
Plötzlich fand ich Hölders-Turm,
im Neckar spiegelnd wie bei Sturm. „Wo mag mein Herzblatt denn nur sein“, rief ich verzweifelt in den Fluss hinein. Da öffnet sich ein Fenster knapp, ein Arm zeigt deutlich rechts hinab. Ich schau dorthin und sehe blitzend,
meinen Schatz dort fröhlich sitzend. Ach, bin ich glücklich, bin ich froh, was könnt‘ ich hüpfen, wie Hyperio(n).
Das würden gern auch diese Nymphen, so mancher hört sie dort laut schimpfen. Doch liegen sie verrenkt am See, „sich mal bewegen, wär au‘ schee“. Das hörte ich sie wirklich sagen, ich schwör – ihr müsst sie nur mal fragen.
Ja, so war der Tag am Neckarstrand, auch wenn nicht alles ich verstand.