Viele Gäste, viele intensive Gespräche und viel Sorge – 18. Alternativer Neujahrsempfang im franz.K

0

(Foto oben: BAFF-Botschafter forderten auf der Bühne des franz.K beim gestrigen Alternativen Neujahrsempfang: „Wir sind Teil der Gemeinschaft, wir alle sind wichtig.“)

18. Alternativer Neujahrsempfang im franz.K am gestrigen Sonntag – 32 Gruppierungen und Initiativen präsentierten sich

32 Gruppen und damit noch mehr als im Jahr zuvor präsentierten sich gestern beim Alternativen Neujahrsempfang (Anje) im Reutlinger franz.K. Anfragen habe es noch mehr gegeben, sagte Katrin Lütjens aus dem Orga-Team. „In den Wochen vor diesem heutigen Termin wollten sich immer noch mehr Gruppen anmelden.“

Von A wie Arbeiterbildung bis X wie „Xäls“ waren unterschiedlichste Initiativen mit dabei, darunter viele bereits bekannte wie der AK Flucht und Asyl, Pro Regio Stadtbahn, Sonnenenergie Neckar-Alb oder der Eine-Welt-Verein. Neu dabei waren solche Gruppierungen wie eben Xäls – eine landwirtschaftliche Genossenschaft, die sich für den Erhalt der Kulturlandschaft, dem Schutz von Tier und Umwelt und dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben hat.

Neu dabei war auch „Reutlingen bleibt bunt“, einer Initiative, die sich gegen Gewalt, Faschismus und soziale Spaltung einsetzt. Ebenfalls neu mit im Anje-Boot war gestern „Albmende“, ein alternatives Wohnprojekt, das in Bronnweiler eine alte Mühle kaufen will, um gemeinschaftlich zu wohnen. „Für 15 Menschen ist Platz, wir wollen Ressourcen teilen, Energie reduzieren und Flächen gemeinschaftlich nutzen“, sagten drei engagierte junge Frauen.

Verena Ludewig und Peter Elwert, beide aus dem Orga-Team, moderierten diesen Alternativen Neujahrsempfang. Neue Mitstreiter hätten sich gefunden, zusammen mit dem Theaterpädagogischen Zentrum hatte das Team sich überlegt, ein wenig mehr Bewegung in den Neujahrsempfang zu bringen. „Bisher gingen die Gäste jeweils zu den Gruppen, die sie schon kennen und haben sich mit den Leuten unterhalten“, sagte Lütjens.

Durch Interviewkarten wurden die Interessierten jedoch an Stände geschickt, die sie noch nicht kannten. Mit drei Fragen zu dem jeweiligen Projekt sollte der Austausch gefördert werden. Auf der Bühne wurde dann eine kleine Auswahl dieser Karten vorgelesen. So etwa zu DaCapo, eine Einrichtung für Nachhaltigkeit und gegen Obdachlosigkeit. Oder zum BUND, zu Attac oder auch zum franz.K – „einem Ort für alle demokratischen Initiativen“.

Für die musikalische Umrahmung hatte das E-Band-Duo „Broken Spencer“ gesorgt. Zwei weitere Initiativen wurden auf der Bühne etwas intensiver vorgestellt. Darunter das Projekt „Flüchtlingskinder Libanon“, das nun schon 30 Jahre Kinder in palästinensischen Flüchtlingslagern unterstützt. „Wir haben etwa 6 Millionen Euro an Spenden gesammelt“, erläuterte Ingrid Rumpf. Der Verein setze sich vor allem für medizinische, Bildungs- und Freizeitprojekte für Kinder ein. Doch trotz der Hilfe „hört das Sterben nicht auf“, so Rumpf.

Hinter dem Kürzel BAFF verbirgt sich Bildung, Aktion, Freizeit und Feste für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Die BAFF-Botschafter betonten am Sonntag auf der Bühne im franz.K: „Wir sind Teil der Gemeinschaft, wir alle sind wichtig.“ Aber: Fördermittel zur Unterstützung von behinderten Menschen in Reutlingen sollen gestrichen werden, wie Stefanie Krug als Leiterin der Offenen Hilfen betonte.

So würden etwa 12.000 Euro für die Tonne gestrichen, weil das Geld auch bei der Stadt knapp ist. Genauso stehe das Gutscheinheft auf der Kippe, das „Menschen mit Behinderung ermöglicht, an gesellschaftlichen Angeboten teilzunehmen“, so Krug. „Leistungen für behinderte Menschen dürfen nicht zum Luxusgut werden.“

Dennoch war die Stimmung gut beim 18. Anje, wenn auch die Gesamtsituation in der Welt mit Kriegen, Faschismus und Umweltzerstörung alles andere als mutmachend sei. Aber: „Zusammenhalten! Demokratie gestalten!“, so lautete das Motto des 18. Alternativen Neujahrsempfangs – zu dem auch OB Thomas Keck gekommen war.

Share.

Comments are closed.