Am Dienstag sind wir auf die Alb gefahren, lecker Mittagessen bei Alb-Gold und danach
hatten wir eine Treibjagd organisiert. Bine war begeistert.
Wir hatten Richtmikrofone aufgestellt,
auch an den winzigen Wasserflächen.
In den Bäumen haben wir Kameras installiert.
Die Arena war gespurt, in der das Wild rennen sollte.
Und wir haben sogar um Beistand von oben gebeten.
Es konnte also beginnen, nichts konnte schiefgehen, Bine schlich sich an,
sie folgte den Spuren im Schnee.
Ich hingegen hatte Bedenken, ich trat verschämt vom einen Fuß auf den anderen.
„Feigling“, sagte Bine und begab sich aufs glatte Eis. Ich folgte widerstrebend.
Wir sahen einen Funkmast.
„Huch“, rief ich. „Schau nur, ein US-Funkturm.“
„Wieso Eisschlag? – Klar, Mensch, die Amis haben Grönland angegriffen und werfen jetzt mit Eis um sich.“
„Du spinnst doch“, sagte Bine und begab sich wieder auf die …
Doch innerhalb von Sekunden kam sie zurückgerannt. „US-ICE-Cops“, rief sie.
Wir rannten um unser Leben, „da drüben, wir müssen auf den Turm.“
Wir kamen zu dem sehr hohen Hochsitz, dem Dachensteinturm.
Keuchend, außer Atem, kamen wir oben an. Die ICE-Cops warteten unten. „Sieh mal, da drüben“, sagte Bine.
„Meidelstetten – und fünf weitere US-Überwachungstürme.“ Die ICE-Cops waren offensichtlich nicht höhentauglich, sie hatten sich verzogen.
Wir stiegen den Turm wieder runter, kamen zu einer Lichtung, machten Pause. Bine packte ihren
speziellen Kräutertee aus, kurz darauf
stellten sich ihr die Haare zu Berge.
Ihre Wahrnehmung veränderte sich.
„Boah, guck mal, ey“, sagte sie beschwingt.
Der Himmel schien sich zu verdunkeln. „Guck doch“, rief sie.
„Ich kann sogar mit der Kraft meiner Gedanken Hochsitze umwerfen.“
Ich nahm auch einen Schluck Tee. „Ha, ich kann Seen entstehen lassen“, rief ich begeistert.
„Und ich kann sogar fliegen.“
„Sollen die ICE-Cops doch kommen, ich setze denen einen See vor die Nase“, rief Bine.
Ich versuchte, ebenfalls Hochsitze mental umzuwerfen – vergeblich.
„Die Wirkung des Tees scheint mit untergehender Sonne nachzulassen“, sagte ich.
„Wie heißt übrigens die Teesorte, die ist ja unglaublich“, fragte ich. „Magic mushrooms defense-mixture aus Dänemark“, sagte Bine. Ich musste lachen.
Wir stiegen wieder in unsere rollende Teekanne und jetteten zurück nach Reutlingen. Was für ein Tag. Unglaublich.