Wie verrückt hat denn dieses Neue Jahr 2026 begonnen? Amerikanische Streitkräfte haben den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro aus seinem Hochsicherheits-Wohnsitz in seinem eigenen Land entführt.
Er soll nun in New York sein, um dort angeklagt zu werden. Wegen Drogenhandels. Dabei ist der Handel mit Drogen in Venezuela gar kein so riesiges Problem, wie der Weltdrogenbericht der Vereinten Nationen ausführte. Stattdessen berichten zahlreiche Medien (was Trump auch indirekt bestätigte): Massive US-Interessen am Öl der Venezolaner seien dafür verantwortlich, dass der amerikanische Präsident diese unfassbare Aktion starten ließ – die schon seit vier Monaten vorbereitet wurde.
Die Aufregung ist weltweit groß, Russland, Iran und China protestieren massiv. Aber nicht etwa weil Maduro ein „lupenreiner Demokrat“ ist, sondern weil ja tatsächlich mit dem Eingreifen des US-Militärs in Venezuela massiv das UN-Völkerrecht gebrochen wird. Übrigens hat Israels Regierungschef Netanjahu Donald Trump sofort gelobt und ihm zu dem Schlag gegen Maduro gratuliert. Das dürfte jetzt nicht wirklich verwunden, denn: Hat Netanjahu nicht ebenfalls das Völkerrecht rechts (oder links) liegen lassen, als er den Gaza-Streifen plattmachte? Hat nicht Putin nicht das Gleiche getan, als er im Februar 2022 die Ukraine überfiel und seitdem tagtäglich bombardiert? Beide Regierungschefs haben dabei viele Zehntausende (wenn nicht gar Hunderttausende) Menschen ermordet.
Kann man aus diesen Taten irgendwas für die Zukunft ableiten – außer, dass das Völkerrecht überhaupt niemanden mehr interessiert? Fühlen sich die Chinesen nun ermutigt, Taiwan anzugreifen und einzunehmen? Ist Grönland Trumps nächstes Ziel – was er ja bereits angekündigt hat? Oder will er Kuba einnehmen? Denkt man noch ein wenig weiter: Könnte auch in Deutschland solch eine unfassbare Aktion drohen wie in Venezuela? Die Entmachtung, Festnahme unseres Regierungschefs, der den Amerikanern nicht passt? WIe ernst muss man die Äußerungen von US-Regierungsmitgliedern nehmen, die sehr deutlich formuliert haben, dass sie glauben, die Meinungsfreiheit werde bei uns eingeschränkt oder gar unterdrückt? Ist das Flirten von regierenden US-Politikern mit der AfD ein Zeichen? Plant Trump die Einsetzung von Björn Höcke als neuen Kanzler? Was vor wenigen Tagen noch völlig absurd erschien, kommt einem heute, zu Beginn des Jahres 2026, als nicht mehr ganz undenkbar vor.
Da muss es einem doch eiskalt den Rücken hinunterlaufen. Dabei steht die Frage im Raum, ob Donald Trump in seiner Kindheit etwas völlig falsch verstanden hat – als ihm nämlich Pippi Langstrumpf vorgelesen wurde und sie sagte: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Das war nämlich nicht so gemeint, dass Pippi andere Länder überfällt, die ihr nicht in den Kram passen, oder deren Öl und seltene Erden sie brauchen könnte. Ganz sicher nicht. Denn Pippi war etwas, was Trump in diesem Leben ziemlich sicher nie war und nie mehr sein wird – Menschenfreund:in.