AWO-Weihnachtsfeier am „Heiligen Mittag“ im Reutlinger S-Haus – Reutlingens OB Thomas Keck zu Besuch
Knödel, Rotkraut, Rinds- und Schweinebraten und für Vegetarier eine Lasagne, natürlich ohne Fleisch. So sah das Weihnachtsmenü am 24. Dezember im Reutlinger S-Haus aus. „Im Nepomuk waren es immer mehr Gäste“, sagte einer der Besucher am Heiligen Mittag bei der AWO-Weihnachtsfeier. Für 100 Besucher war gedeckt worden, gekommen sind etwa 80.
Und warum dieses Jahr im S-Haus und nicht im Nepomuk? „Die Küche im Nepomuk muss dringend saniert werden“, wusste Sebastian Weigle als AWO-Vorsitzender. Wie es mit dem einstigen Café in direkter Nachbarschaft zum franz.K weitergeht, sei schwer zu sagen. „Das gehört ja der Stadt“, so Weigle. Und die Stadt hat bekanntlich kein Geld. Darum in diesem Jahr der Umzug ins S-Haus – wo die Weihnachtsfeier der AWO 2026 ihren Platz findet, könne im Moment noch niemand sagen.
Warum die Gäste am Mittwoch zu der Feier 2025 der Arbeiterwohlfahrt gekommen sind? „Ganz einfach – weil es draußen kalt ist“, sagte einer der Besucher, der in der Notübernachtung ein Bett bekommen hatte. „Aber auch wegen der Gemütlichkeit und Geselligkeit.“ Und natürlich sind die allermeisten Gäste auch wegen des guten Essens gekommen, das vom Restaurant „Rebstöckle“ zubereitet wurde.
Vier Plätze seien in der Notübernachtung noch frei – und abends gebe es die Reste vom mittäglichen Weihnachtsessen im S-Haus, wie Kilian Brauchle als AWO-Geschäftsführer betonte. Andere Besucher sagte, sie seien ins S-Haus gekommen, weil sie „eh mit der AWO zu tun haben“. Wenig verwunderlich, dass es in der warmen Stube des S-Hauses deutlich angenehmer war als draußen vor der Tür bei eiskaltem, schneidendem Wind. Schön war es zudem, auch mal – wie in einem richtigen Restaurant – bedient zu werden, das Essen an den Tisch gebracht zu bekommen, mit freundlichen Worten und einem Lächeln.
Für die musikalische Umrahmung der AWO-Weihnachtsfeier sorgte zum zweiten Mal nach 2024 Gery Rapatz mit seiner Hammond-Orgel. Nach seiner Premiere im vergangenen Jahr sei er erneut angefragt worden „und ich bin gern gekommen“, sagte der gebürtige Kärntener Profi-Musiker.
Schon viel länger als zwei Jahre waren auch dieses Jahr wieder drei ehemalige Schüler der Merian-Realschule in Dußlingen als ehrenamtliche Helfer dabei. „Das muss einfach sein, ohne die Feier hier ist für uns nicht richtig Weihnachten“, sagte Marian Saur. In den vergangenen 18 Jahren konnten die einstigen Schüler nur einmal nicht helfen – „da hat was gefehlt“.
Insgesamt engagierten sich am Mittwoch rund 20 Haupt- und Ehrenamtliche der AWO in der S-Haus-Küche, beim Servieren – und auch beim Gutsle-Verteilen. Eine unglaublich große Zahl an Tütchen mit leckeren Plätzchen hatten die Bergfreunde aus Kirchentellinsfurt zur Verfügung gestellt. Dazu gab es von einem Strickkreis warme Handschuhe, Mützen und Schals.
Auch Reutlingens Oberbürgermeister kam auf seiner Rettungskräfte-Tour im S-Haus vorbei. „Es ist mir eine besondere Herzensangelegenheit, hier mit Ihnen zusammenzukommen“, sagte Thomas Keck. In der „Zeit der Hoffnung, Nächstenliebe und Gemeinschaft“ sei es für den OB wichtig, „dass niemand in unserer Stadt vergessen und allein gelassen werden darf“.
Vor der AWO-Weihnachtsfeier war Keck bei den Maltesern und beim Roten Kreuz – „es ist sehr erstaunlich, wie viele Azubis beide haben, schön, dass die Attraktivität an einer Ausbildung im Rettungsdienst so gestiegen ist – und dass so viele junge Menschen Interesse daran haben“, betonte Reutlingens Rathauschef. Dank sagte Keck auch allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen der AWO, die sich am Mittwoch und das ganze Jahr über für die Bedürftigen in der Stadt einsetzen. „Durch euch wird Reutlingen für alle ein Stück liebenswerter“, betonte der OB und ging alsbald weiter zur Reutlinger Feuerwehr, um auch dort „Danke“ zu sagen.