Tonnenweise Lebensmittel gesammelt – Merian-Schüler engagieren sich für Wohnungslose

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Schülerinnen und Schüler der Merian-Gemeinschaftsschule aus Dusslingen sammeln zum 29. Mal Lebensmittel für die Wohnsitzlosenhilfe von Dornahof Tübingen und AWO Reutlingen

 Konserven aller Art. Fertiggerichte in Dosen. Öl, Nudeln, Reis, Süßigkeiten, Tee, Milch, Duschgel, Seife, Binden und noch mehr. All das stand auf dem Flyer, den rund 100 Schülerinnen und Schüler der Merian Gemeinschaftsschule am Samstag vor Läden, Geschäften, Supermärkten und Discountern in Gomaringen, Dußlingen und Nehren an die Einkaufenden verteilten.

Viele der Kundinnen und Kunden kannten die Aktion der Merian-Schule schon, einige begrüßten die Kids schon erfreut, nahmen den Flyer entgegen, auf dem die benötigten Waren zu lesen waren. Auch beim unglaublichen 29. Mal gingen die Spenden vor den fünf Läden in Nehren und Dußlingen anschließend wieder an die Wohnungsnotfallhilfe Dornahof in Tübingen. Die Waren aus Gomaringen, die an insgesamt sieben Stationen eingesammelt wurden, erhielt hingegen die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Reutlingen. „Die Spenden verteilen wir an unsere in Wohnungsnot lebenden Klienten zum einen bei unserer Weihnachtsfeier, aber auch im Tagestreff und in der Notübernachtung“, sagte Kilian Brauchle als AWO-Geschäftsführer.

Christa Schöffend registriert seit Corona eine Abnahme der gespendeten Lebensmittel und Hygieneprodukte. „Aber es reicht immer noch für die Weihnachtspäckchen, die wir an unsere Klientinnen und Klienten verteilen“, betonte die Leiterin des Geschäftsbereichs Wohnungsnotfallhilfe  beim Dornahof.

Wie viel bei der Sammlung der fleißigen Schülerinnen und Schüler zusammenkommt? „Vergangenes Jahr waren es an die 60 Bananenkisten, in denen jeweils Waren für um die 40 Euro waren“, schätzte Dieter Blechert vom Dornahof. Er ging davon aus, dass in diesem Jahr wieder ungefähr die gleiche Menge gespendet werde. Obwohl: „Es sind ein paar Geschäfte neu mit dabei“, sagte Maria Theodosiadou von der AWO. Auf jeden Fall sei im Vorfeld die Klärung, ob die Schüler vor den jeweiligen Läden Spenden sammeln dürften, mit einiger Arbeit verbunden.

Vladimir Bedel schätzte, dass 2024 rund 120 Kisten in Gomaringen für die AWO gesammelt wurden. „Wir mussten viermal fahren, das werden um die zwei Tonnen Lebensmittel gewesen sein.“ Die Menge der Spenden sei schon immer, seit mittlerweile fast 30 Jahren, in Gomaringen deutlich größer gewesen, als in den beiden anderen Ortschaften. „Das liegt einfach daran, dass in Gomaringen mehr und größere Supermärkte sind“, sagte Schöffend.

Alina und Elissa aus der 9. Klasse der Merian-Gemeinschaftsschule standen am Samstag schon um 8 Uhr vor dem Lidl-Discounter parat. „So richtig los gings ab 8 Uhr 40“, berichtete Elissa. Ihre Schicht währte bis um 11 Uhr, dann kam die Ablösung. Fein sortiert haben sie ihre Kisten zurückgelassen – Konserven zu Konserven, Shampoo und Duschmittel in einer Kiste, Obst und Nudeln in anderen.

Manche der Kundinnen und Kunden seien achtlos an den Schülerinnen und Schülern vorbeigegangen. „Aber die meisten haben was eingekauft und uns gegeben.“ Worüber sich die Sammler an allen zwölf Stationen in den drei Ortschaften sehr gefreut haben. Manchmal erhielten sie nach den Worten der beiden Organisatorinnen Lisa Schrade und Madeleine Martin sogar von den Geschäftsleuten was Warmes zu trinken.

Besonders hervorzuheben: Vor dem dm-Markt in Gomaringen hatte sich eine fünfköpfige Mädchengruppe für die gesamte Zeit zwischen 9 und 17 Uhr in die Liste eingetragen. „Da gab es auch gar nichts zu diskutieren, die Mädels ließen da nicht mit sich reden“, sagte Schrade schmunzelnd.

„Wir merken, dass auch beim 29. Mal die Aktion für die Schüler immer noch sehr wichtig ist, weil sie hier soziales Engagement zeigen können“, betonte Schulleiterin Katja Kruppa. Ein rundes Drittel der gesamten Schüler- und Lehrerschaft der Merianschule sei an der Aktion beteiligt gewesen. Im Übrigen völlig freiwillig und ohne jeglichen Druck. „Die Älteren zeigen dann immer den Jüngeren, wie das funktioniert, wie man die Leute sehr freundlich anspricht, ihnen den Flyer gibt.“ Und dann auf Spenden hoffen.

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