Vom Lauch zum Durchlaucht

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Kennt Ihr den Begriff „Durchlaucht“? Ja klar, werden die meisten sagen. „Kenn ich. Ist so ein Adelsgedöns. Irgend so ein Titel aus vergangenen Jahrhunderten.“ Stimmt.

Wie ich drauf komme? Ich war gerade beim Kochen. Gemüsesuppe. Da fiel mir auf, dass ich den Lauch beim Einkaufen vergessen habe. Bei Lauch ist es nicht mehr weit zu „Durchlaucht“. Natürlich. Diese einstige Fürsten-Anrede muss ja vom Lauch abstammen. Von was sonst. Aber seltsam ist das schon, oder? Wenn sich die Adeligen gegenseitig als Lauch bezeichneten. Wenn sie es ganz arg treiben wollten, nannten sie sich gegenseitig sogar „durchlauchtigst“. Verrückt oder? Aber warum gerade Lauch? Sie hätten sich doch auch als Bohne anreden können. „Euer Durchbohntester“ vielleicht. Oder „Eure Durchbohnerte“? Oder als Erbse. Gab’s ja sogar. „Prinzessin auf der Erbse“. Aber das war wohl kein Adelstitel. Wenn, dann hätte sie wohl „Prinzessin von der Erbse“ heißen müssen. Warum aber hat der Adel, zumal der deutsche, sich nicht als Kartoffel angeredet? Euer Hochkartoffligster. Ach nee, Kartoffel wird ja schon lange als Schimpfwort benutzt. In Wikipedia steht zu Durchlaucht übrigens, dass der Begriff doch eher vom Leuchten abstammt und nicht vom Lauch. Schade eigentlich. Bei der Jugend war Lauch ja irgendwann die vergangenen Jahre auch ein Schimpfwort. „Du Lauch, du.“ Aber eben nicht „Du Durchlauchtigster, du depperter“.

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