(Foto oben: Noch-Bürgermeister Uwe Morgenstern (rechts) gratulierte als Erster dem neuen Sonnenbühler Rathauschef Michael Schmidt und seiner Frau Sarah Schmidt.)
Bürgermeisterwahl in Sonnenbühl im ersten Wahlgang entschieden – Überragende 74,53 Prozent der Stimmen für Michael Schmidt
(Foto: Da war noch gar nichts klar, als die Wahlurne im Undinger Wahllokal ausgeleert wurde.)
Als Noch-Bürgermeister Uwe Morgenstern am Sonntagabend um Punkt 19 Uhr aus dem Rathaus kam, war der Platz vor dem Undinger Rathaus rappelvoll. Mehr als 300 Sonnenbühler aus allen vier Ortsteilen hatten sich dort eingefunden, um das Wahlergebnis für Morgensterns Nachfolger im Amt zu erfahren. Ein langer Wahlkampf seit Mitte Juli war vorausgegangen, nun erwarteten viele Wählerinnen und Wähler, dass es zu einer Stichwahl kommen würde.
„Ich glaube nicht, dass heute schon ein Sieger feststehen wird“, war sich ein Männertrio vor dem Rathaus einig. „Es gibt eine Stichwahl zwischen Gerrit Elser und Michael Schmidt“, vermuteten die drei Mannen. Wie man sich doch täuschen kann. Als Morgenstern bekanntgab, dass es „keine Stichwahl geben wird“, folgte der absoluten Stille auf dem Platz ein lautes Raunen, das durch die Menge ging. Dann wurde erster Beifall laut.
Der aus dem Amt scheidende Bürgermeister machte es spannend, zunächst erwähnte er, dass eine Stimme auf Karl-Heinz Dreher entfallen war – der gar nicht kandidiert hatte. „Für Alexander Gräff stimmten 53 Wähler, das sind 1,53 Prozent“, so Morgenstern. Gräff habe einen kurzen Wahlkampf geführt, sei auch nicht wirklich auf Sonnenbühler Themen eingegangen, sagte Uwe Morgenstern.
Auf dem dritten Platz landete Nadine Carle, die als Sonnenbühler Gemeinderätin kandidiert hatte. Auf sie entfielen 405 Stimmen (10,35 Prozent). Zweiter wurde Gerrit Elser, der schon mal Bürgermeister in Sonnenbühl war und erneut kandidiert hatte. „Es ist ja schon was Besonderes, dass mein Vorgänger auch mein Nachfolger hätte werden können“, so Morgenstern.
(Foto: Der Rathausplatz platzte regelrecht aus allen Nähten, als das Ergebnis der Bürgermeisterwahl bekanntgegeben wurde.)
Doch es sollte nicht sein. Elser kriegte 538 Stimmen (13,75 Prozent) und war damit weit davon entfernt, in eine Stichwahl mit dem Sieger Michael Schmidt zu kommen. Die Enttäuschung war Elser förmlich ins Gesicht geschrieben. Schmidt hingegen erreichte aus dem Stand heraus insgesamt 2.912 Stimmen, was fabelhafte 74,53 Prozent ausmachte. „In der Deutlichkeit hätte ich das nicht erwartet“, war mehrfach zu hören. Schmidt selbst fehlten zunächst erst mal die Worte. „Wow“, sagte er einfach nur.
„Ich bin einfach sprachlos, freue mich über die unglaublich beeindruckende Kulisse“, betonte der neue Rathauschef, die Anspannung vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses war ihm durchaus anzumerken. „Gut, dass wir uns haben – Sie alle machen Sonnenbühl aus“, sagte er schließlich. „Vielen, vielen, vielen Dank für die große Rückendeckung.“
(Foto: Noch-Bürgermeister Uwe Sonnenstern gratulierte als Erster dem Neuen im Amt, Michael Schmidt und seiner Frau Sarah.)
Lauter und anhaltender Applaus brandete auf. Viele Sonnenbühler freuten sich mit ihrem neuen Bürgermeister und seiner Frau Sarah Schmidt. Der 37jährige Schmidt sei gespannt auf die Aufgabe und könne nun, ohne Stichwahl, schon drei Wochen früher zusammen mit Uwe Morgenstern durchstarten – auch wenn die Amtseinsetzung erst Ende Januar im Gemeinderat erfolgen wird. „Aber ich durfte ja schon mal im Bürgermeistersessel probesitzen“, verriet Michael Schmidt.
Die Wahlbeteiligung lag bei satten 69 Prozent der insgesamt 5.693 Wahlberechtigten. Uwe Morgenstern hatte den Wahlkampf und vor allem die beiden Hauptveranstaltungen mit der Kandidatenvorstellung als „elektrisierend“ bezeichnet. Bei beiden Veranstaltungen seien jeweils deutlich mehr als 1.000 Interessierte anwesend gewesen.
(Foto: Hier war noch gar nichts entschieden: Kurz nach 18 Uhr wurden die Wahlzettel erst mal auseinandergefaltet und geglättet.)
Michael Schmidt hatte den Wahlkampf (in seiner ersten Rede als designierter Bürgermeister von Sonnenbühl) als „super anstrengend“ bezeichnet, manchmal sei das Drumherum auch „super nervig“ gewesen, aber: „Die Zeit mit Ihnen, all die Begegnungen waren super schön.“ Schmidts Dank für einen fairen Wahlkampf richtete er an seine Mitbewerber. Dank sagte er aber auch all den Beschäftigten in der Gemeindeverwaltung: „Sie leisten eine wertvolle und sehr engagierte Arbeit – ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“
Gleiches gelte auch für die große Zahl der Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen, die am Sonntagabend nach Undingen gekommen sind. „Wir werden in den kommenden Jahren viel zusammen bewegen müssen“, so Schmidt. Den größten Dank richtete Schmidt aber an seine Frau, seine zwei Kinder, die ganze Familie und auch die Freunde, die ihn unterstützt haben. Und er erinnerte an seinen Wahlkampfslogan, mit dem er offensichtlich viele Sonnenbühler für sich eingenommen hatte: „Sonnenbühl ist auch dein Bier – oder wahlweise dein Sprudel.“
(Foto: Freude und Erleichterung pur war dem neuen Bürgermeister von Sonnenbühl anzusehen.)
Offensichtlich hatte der 37-Jährige überzeugt, was sich angesichts von vier Kandidaten in einem an Deutlichkeit kaum zu überbietenden Ergebnis von fast drei Viertel der abgegebenen Stimmen niederschlug. „Sonnenbühl sind wir alle“, rief Michael Schmidt und nahm mit seiner Frau zusammen die zahlreichen Glückwünsche „seiner“ Bürgerinnen und Bürger entgegen.