Booghk de Doo in Münsingen – tolles Konzert vor leider wenig Publikum

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Bad Uracher Band Booghk de Doo spielt im Münsinger „Kultspacex4“ zum Abschluss der Woche „innovation&werkstatt“ von Renate und Gunter Buchberger

„Wir spielen keine typische Finissage-Musik“, sagte Bernd Mall am Samstagabend in Münsingen in der ehemaligen Postfiliale in der Ortsmitte. Kaum waren seine Worte verklungen, legten die fünf Musiker von Booghk de Doo grandios los, sie forderten das Publikum auf, nicht nur mit den Füßen mitzuwippen und mitzuschunkeln: Alles war erlaubt und erwünscht – mitsingen, mitpfeifen, klatschen, tanzen und hüpfen.

Umrahmt wurde die „floorshow“ der Band von den „Bildern von Gunter Buchberger, aber alle anderen Kunstwerke sind wohl schon weg – ausverkauft“, fragte Mall von der Bad Uracher Band in die relativ überschaubare Anzahl an Gästen. Doch ganz so war es nicht: Die Resonanz an der Kunst der Buchbergers, die Nachfrage sei in dieser Woche vom 20. bis 28. September 2025, nicht gerade berauschend gewesen, berichtete Renate Buchberger etwas enttäuscht bei der Finissage am Samstagabend.

(Foto: Das war nicht im Kultspace, sondern in der Werkstatt zuhause bei Buchbergers.)

Unter dem Titel „innovation&werkstatt“ hatte das Ehepaar von Dienstag bis Sonntag Interessierte in die ehemalige Post eingeladen. Zum Gucken, Fragen, Mitmachen, Selbst-ausprobieren. Das Interesse sei jedoch, freundlich ausgedrückt, überschaubar gewesen. Selbst der Workshop für Kinder traf auf wenig Gegenliebe. „Vielleicht lag es daran, dass die Schule gerade wieder begonnen hat – oder am schlechten Wetter oder …“, Renate Buchberger war ziemlich ratlos.

Vielleicht hat sich das Konzept von „Kultspace“ auch totgelaufen. Es war das vierte Mal, dass diese Art der Kunstdarstellung, -präsentation und -vermittlung in Münsingen angeboten wurde. Vielleicht sollte das Konzept überarbeitet werden. Eine neue Räumlichkeit würde auf jeden Fall vonnöten sein – das Ladengeschäft in der Uracher Straße werde kommendes Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen.

Am Samstag aber war nicht Jammern oder Planen angesagt – mit Booghk de Doo kam eine Band zur Finissage, die das Publikum zu bester Laune und zum Tanzen brachte. Die Musiker spielten Folkrock-Lieder mit viel Gefühl, mit „irischen, gesamteuropäischen und schwäbischen Einflüssen“, so der Frontmann der Band.

Ihre Songs erzählten von kalten Wintern, von „bernsteindunklen Herzen“, von „alten, weißen Männern, die Krieg führen“ und der Aufforderung „Folgt nicht den Trommeln“. Warum sie keine Lieder gegen Rechtsextremismus machen, sind sie laut Bernd Mall gefragt worden. „In unseren Liedern geht es um Freundschaft, Vertrauen und Liebe – und somit sind alle unsere Lieder gegen Rechtsextremismus“, so die einfache Antwort.

Das letzte Stück an diesem Abend hieß „Ich muss weiter“ – „so ist das nun mal bei Musikern“, sagte Mall. Allerdings hatte er dabei nicht ganz die Wahrheit gesagt: Nach kurzem, aber heftigem Beifall und „Zugabe-Rufen“ kamen die Musiker noch einmal auf die ebenerdige Bühne – so dass sie auf Augenhöhe mit dem Publikum waren. Zwei Lieder gab es obendrauf, den Zuhörerinnen und Zuhörern gefiel das außerordentlich.

Nun heißt es allerdings ein Weilchen warten bis zum nächsten Auftritt der Band – einer der nächsten Möglichkeiten wird am Donnerstag, 20. November, in Bad Urach sein. Mit Bildern von Irland und noch viel mehr.

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