(Foto oben: Das symbolische Grüne Band durfte nicht fehlen, das am Donnerstag auf dem Roßberg zur Freigabe des neubeschilderten Wanderwegenetzes im Landkreis Reutlingen durchschnitten wurde, (von links) Walburg Speidel von der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets, Landrat Ulrich Fiedler, Regierungspräsident Klaus Tappeser, Mythos-Schwäbische-Alb-Vorsitzender Elmar Rebmann, Gauwegemeister Gerhard Stolz, Julia Bernecker von Landratsamt und Sarah Reinhardt als Mythos-Geschäftsführerin.)
Abschluss der Neubeschilderung des Grundwanderwegenetzes im Landkreis Reutlingen am Donnerstag auf dem Roßberg gefeiert
Die Neubeschilderung des insgesamt 1.200 Kilometer langen Wanderwegenetzes im Kreis Reutlingen „war alles andere als einfach“, betonte Regierungspräsident Klaus Tappeser am Donnerstagnachmittag im Wanderheim auf dem Reutlinger Hausberg. Viele Beteiligte habe es gegeben, bis das Konzept, der Plan für das Wanderwegenetz im gesamten Landkreis feststand. Der Forst sei ebenso eingebunden gewesen wie der Landkreis, Kommunen, Biosphärengebiet, Mythos Schwäbische Alb und nicht zuletzt der Albverein.
Landrat Dr. Ulrich Fiedler hatte ebenfalls hervorgehoben, „dass es ein anspruchsvoller und steiniger Weg bis hier zu der Feier auf dem Roßberg war“. Aber das Ergebnis sei ein sehr gutes: „Viele verschiedene Hände, die zusammengearbeitet haben ein zusammenhängendes Wanderwegenetz geschaffen.“ Die bereits bestehenden Wanderwege sind nach den Worten von Gerhard Stolz „überprüft, manche stillgelegt, andere noch attraktiver gestaltet worden“, so der Wegemeister vom Lichtensteingau des Schwäbischen Albvereins.
(Foto: Der Ausblick vom Roßberg lohnt immer, auch bei regnerischem Wetter.)
Der Verein war in den mehrjährigen Prozess mit eingebunden gewesen, zahlreiche Wegewarte hatten Hunderte Kilometer Wanderwege kontrolliert. „Hier haben sich Ehrenamtliche weit über das normale Maß hinaus engagiert“, so Stolz. 830 Personen würden sich insgesamt im Bereich des Albvereins um das Wegenetz kümmern, „2024 haben sie 24.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet“, betonte Gerhard Stolz. Dazu gehöre auch die Pflege der Wanderwege.
Laut Ulrich Fiedler sind zehn Gemeinden im Reutlinger Landkreis in das Wanderwegenetz mit aufgenommen worden, hinzu kam der 22. Premiumwanderweg der „hochgehberge“ bei Eningen mit dem Namen „hochgehteufelt“. Insgesamt sind für Konzeption, Kataster und Umsetzung der Neubeschilderung laut Tappeser 700.000 Euro vom Land geflossen. Aber: Durch die Einbindung des Biosphärengebiets und damit auch des Esslinger Landkreises seien gar nicht alle Fördermittel notwendig gewesen, so Fiedler.
Der Tourismus in der Region werde von dieser Neubeschilderung des Wanderwegenetzes profitieren, betonte der Landrat. Aber: Auch die „Einheimischen“ könnten sich über neue Wege und über einheitliche Beschilderungen freuen. Elmar Rebmann zeigte sich als Vorsitzender der Tourismusgemeinschaft „Mythos Schwäbische Alb“ überzeugt, dass durch „nachhaltigen Tourismus noch mehr Wertschöpfung“ möglich sei – mit der Nachhaltigkeit lasse sich sehr gut werben.
Auch Fiedler hatte auf die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor hingewiesen: „Im vergangenen Jahr hatte dieser Wirtschaftszweig eine Wertschöpfung von 510 Millionen Euro erbracht“, so der Landrat. „Dabei geht es auch um schützenswerte Natur und die Frage wie die Menschen reisen.“ Profitieren soll und werde aber nicht allein der Tourismus, „wir wollen auch ein hochwertiges Freizeitangebot für die Menschen, die hier leben“.
Im Tourismus dürfe es „keine Kirchturmpolitik“ geben, forderte Elmar Rebmann. Dabei seien die Möglichkeiten des Einkehrens in Gasthäusern und Wanderheimen entlang von Wanderwegen, nicht zu vernachlässigen, betonte der Mythos-Vorsitzende, der gleichzeitig Bad Urachs Bürgermeister ist. Natürlich wies er bei dieser Gelegenheit auch auf die Gartenschau in der Echazstadt hin, die im Jahr 2027 ansteht. „Das wird kein Fest allein für Urach, sondern für die ganze Region.
Nachdem alle Festredner den Nutzerinnen und Nutzern „viel Spaß und Freude“ auf den neubeschilderten Wanderwegen gewünscht hatten, wurde das symbolische grüne Band durchschnitten. Dies geschah aufgrund des wenig freundlichen Wetters im Gastraum des Wanderheims auf dem Roßberg – und nicht wie eigentlich geplant, in der freien Natur.