Sonntag. Es hieß, da kann man den Blutmond sehen.
Wir machten uns auf die Suche. Natürlich im Weinberg.
Wir blickten auf Lieser. Keine Spur vom blutigen Mond.
Wir wurden überholt von einem Trecker mit einem Anhänger
voll mit einer weinseligen Gesellschaft.
Begleitet haben uns auch Windräder – und der faszinierende Gedanke: Bei jeder Drehung produzieren die Strom.
Die produzieren was anderes.
Und der war auch mit dabei. Hugo aus WL – dem Weltladenland.
Blutmond? Eher ein paar Blätter, die vom nahenden Herbst berichteten.
Hier die „Weinsicht 2025“. Ohne Blutmond.
Der Blick ins Tal offenbarte: In Bernkastel musste was los sein. Stau ohne Ende.
Wollten die alle zum Blutmond? Wir sahen „nur“
die Burg oberhalb von Bernkastel.
Von dem Skywalk hatten wir einen noch besseren Blick auf den
Weinberg rechts unterhalb der Burg. Wahnsinn.
Unser Weg fühte ins Tal, um uns nach dem Blutmond zu erkundigen.
Bine nutzte die steilen Treppen als Catwalk.
„Kann ich auch“, rief ich. „Das ist alles meins.“
Bine geriet vor Schreck ins Stolpern.
Endlich an der Mosel.
Wir stürzten uns ins Gedränge – „was ist denn hier los“, fragten wir.
„Was machen die Menschenmassen dort drüben“, so Bine.
Blutmond? Nein, Weinfest, hieß es. Umzug von Bernkastel nach Kues.
Wir wählten die andere Richtung.
Fuhren Boxauto. Gingen in die Geisterbahn und erhielten dort die Antwort:
„BLutiger Mond, heute Abend 20 Uhr“, sagte ein blutiger Geist. „Geil“, rief ich.
Bine suchte währenddessen Blickkontakt zu Elvis. „Bloody moon“, fragte sie. „Love me tender“, sagte Elvis.
Wir flüchteten. Der Weg zurück an der Mosel war – vor allem heiß. Und vielbefahren.
Zu unserer Fewo in Lieser mussten wir ganz weit nach oben. Der Weg war sehr anstrengend.
Wir erholten uns und suchten ab 19.30 Uhr im Weinberg nach
dem Blutmond. „Ist das der da“, fragte ich.
„Nein, du Bachel, des isch d’Sonn.“
Wir gingen zurück zur Fewo, von Blutmond nichts zu sehen. Gar nichts.
Dann aber doch. Gegen 20 Uhr 40. Ohne Vorankündigung. Wow.
Aber: Schnell kämpfte sich die Sonne wieder um die Erde herum.
Und strahlte bald darauf den Mond wieder an.
Immer ein Stückchen mehr.
…
…
…
So was haben wir noch nie gesehen. Unglaublich.
Und dann war der Mond voll und ganz zu sehen. Fast.
Was für ein Erlebnis. Danke Bine. Danke Mond.