In kurzer Zeit mehr als 110.000 Euro gesammelt – Stiftungsfonds „Hallo Nachbarn“ entstanden

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Stiftung Lebenswerte Nachbarschaft hat zur finanziellen Absicherung der Arbeit von „Hallo Nachbarn“ im Ringelbachgebiet einen Stiftungsfonds eingerichtet

(Foto oben: Elke Mayer von der Alteburg-Apotheke erhielt eine Urkunde von der Stiftung „Hallo Nachbarn“ von (von links) Pfarrer Stephan Sigloch, OB Thomas Keck, Dr. Gernot Bohnenberger, Prof. Jo Jerg und Otto Haug.)

„Die Bereitschaft, miteinander zu diskutieren und andere Meinungen zu akzeptieren, ist gesunken“, sagte Schirmherr Thomas Keck am Mittwochnachmittag während einer kleinen Feier vor dem BEGIZ, auf dem ehemaligen Kasernengelände im Ringelbach. Der „Egozentrismus“ greife nach den Worten von Reutlingens Oberbürgermeister immer weiter um sich – aber es gebe positive Gegenbeispiele. So etwa „Hallo Nachbarn“ – „das Projekt ist ein Zeichen dafür, dass soziale Netzwerke funktionieren“, lobte Keck.

Der Beweis dafür sei gleich eine ganze Vielzahl an unterschiedlichen Projekten, die an der Eduard-Spranger-Schule entstanden sind. Hinzu komme eine Nähwerkstatt im BEGIZ-Gebäude, dort werde Inklusion gelebt, dazu eine „Straßenuniversität“ und auch zwischen den alten Kasernengebäuden ein Bauwagen, in dem Ärztinnen und Ärzte das Thema Gesundheit in das Reutlinger Stadtquartier Ringelbach bringen – all diese Beispiele bezeugen laut Keck gelingendes soziales Miteinander im Stadtteil Ringelbach.

Aber: „Ohne Moos nix los“, hätte der Leitspruch der kleinen Feierstunde am Mittwoch lauten können. Thomas Keck formulierte es etwas anderes: „Neben vielen engagierten Ehrenamtlichen braucht es für solch eine Vielfalt an Projekten auch Geld.“ Und da ist laut Prof. Jo Jerg als Vorsitzendem der Stiftungsversammlung die Idee entstanden, einen Stiftungsfonds unter dem Motto „vereinen statt spalten“ zu gründen.

Innerhalb von nur einem Jahr ist es nach den Worten von Otto Haug als Kopf und Initiator hinter der Plattform „Lebenswert“ an der Reutlinger Kreuzkirche gelungen, 110.000 Euro zu sammeln. „18 Firmen, Geschäfte und Organisationen sowie sechs Privatpersonen haben sich dabei eingebracht“, so Jerg. Am Mittwoch wurden für dieses finanzielle Engagement Urkunden verteilt, etwa an die Alteburg-Apotheke, an die Bruderhaus-Diakonie, an Garten Moser, die Kreissparkasse, Schwörer-Haus bis zu Zickler-Immobilien.

Weitere Stifterinnen und Stifter würden zur finanziellen Absicherung der Arbeit gebraucht, doch mit dem Betrag von über 100.000 Euro sei ein Grundstein geschaffen worden, so Jerg. Weitere Schirmherren sind der bisherige IHK-Präsident Christian O. Erbe und Stephan Sigloch: „Ich war noch nie Schirmherr“, sagte der Pfarrer an der Reutlinger Kreuzkirche offensichtlich selbst verwundert über diese neue Rolle. „Dieser Stiftungsfonds ist ein ermutigendes Zeichen – besonderer Dank gilt Otto Haug.“ Denn Haug habe sich mit seiner Beharrlichkeit besonders um den Stiftungsfonds verdient gemacht.

Für was aber wird das Geld nun eingesetzt? „Die Bürgerinnen und Bürger im Ringelbach entscheiden selbst darüber“, betonte Dr. Gernot Bohnenberger als Koordinator des Projekts „Hallo Nachbarn“. Ein großes Netzwerk sei mittlerweile in dem Stadtgebiet entstanden: Menschen engagieren sich regelmäßig in einem Café, in der Nähwerkstatt, beim Frühstücksangebot in der Spranger-Schule, bei der Gesundheitsberatung im Bauwagen und bei weiterem mehr.

„Wir alle leisten hier einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betonte der Arzt, Zauberer und Sozialarbeiter, Netzwerker und Koordinator Bohnenberger. Danach wurden die Urkunden feierlich an die ersten Stifterinnen und Stifter verliehen, die Geld für den Stiftungsfonds gegeben haben.

„Wir brauchen einen starken Zusammenhalt in schwierigen Zeiten“, hatte Schirmherr Sigloch in seiner kurzen Rede betont. „Wie gerecht das Recht in einer Gesellschaft ist, erkennt man an dem Umgang mit den Schwachen“, so der Kreuzkirchen-Pfarrer. „Wenn sich Menschen einlassen und engagieren, merken sie selbst – hier wächst was möglichst Nachhaltiges.“ Unterstrichen wurde das mit dem Stempel und Gütesiegel auf der Urkunde für die Stifter: „Wir fördern soziales Miteinander“, war darauf zu lesen.

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