Wilhelma an einem heißen Tag – Da, wo der Bär steppt

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Heiß war’s am Dienstag, Ende August 2025.

So heiß, dass sich die Schienen bogen? Aber nur Richtung Tübingen. Wir fuhren

nach Stuttgart, auch wenn der Empfang ziemlich hässlich war.

Vom Bad Cannstatter Bahnhof liefen wir unter der uns bekannten Brücke entlang.

Klimawandel: Am Neckar wachsen die Palmen jetzt auf den Schiffen – damit sie überhaupt noch Wasser kriegen.

Wir aber strebten der Wilhelma entgegen. Dem Stuttgarter Zoo.

Was uns empfing, war zunächst mal alles … lila.

Lila in vielen Variationen.

Und in der Abart rosa.

Voll war’s überall. Ferien halt.

Und heiß. Sehr heiß.

Da könnte man auf die Bäume klettern. Wenn man es könnte..

Oder sich in einem Terrarium, auf dem Boden Auge in Auge mit einer Echse begeben.

Wir sind aber erst mal zum Teich.

Seerosen gucken. Die halten wenigstens still beim Fotografieren.

Toll. Lila halt.

Mit offenen und geschlossenen Blüten.

Und mit Huhn. Das einfüßige Grillhendl – war wohl  zu lange in der Sonne.

Der kam eher in der Modefarbe grau daher, aber

grazil. Sehr grazil.

Brutal ging’s zu, als wir von den Seerosen wegstrebten.

Sehr brutal. Gar nicht so leicht, dabei den Humor nicht zu verlieren.

Bine hat’s geschafft. Und sie fiel mit ihrem Blumenwiesenkleid gar nicht auf.

Dann aber – Durst. Riesendurst. Danach war mir ein wenig schwummrig. „Jetzt woll’n wa doch ma seh’n, wo hier der Bär steppt“, rief ich.

Bruno hatte alle zum Stepptanzkurs eingeladen –

Manfred, den Mähnenwolf.

Gerhard, den Gepard.

Berta, die Biberin.

„Ich will auch mitmachen“, quakte Erna, die Ente.

„Und ich schwenk meinen Gamsbart, mehr nicht“, meckerte Gilbert.

Ich nehm’s vorweg – ich hatte beim Stepptanz-Cup gewonnen. War eh keine Frage.

„Ohje“, sagte Bine und versteckte sich schamvoll hinter einer Cappuccinotasse.

„Du bist so ein Spinner“, sagte mein Herzblatt. „Ja, nicht wahr“, erwiderte ich.

„Komm, lass uns den Elefantenrüssel schwingen“, rief ich übermütig.

Da hat er sich ein wenig verfangen, der Rüssel. Oder der Wurm?

„Da rollt sich einem doch der Schnabel auf“, keckerte der Kea. „Der ist doch orange unter den Flügeln, oder“, sagte ich.

Ahja. Danke.

Nun wurde es aber wirklich Zeit für Abkühlung. „Ich nehm‘ mir dieses Riesen-Feigenblatt mit“, sagte Bine.

„Ich geh‘ duschen“, sagte ich.

„Bei euch tockt’s doch“, flötete der Gelbschnabel.

Die trafen wir beim Weg aus der Wilhelma heraus. Unglaublich, oder?

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof

winkte Bine noch mal ein letztes Servus. Schee war’s.

Das Rote-Kreuz-Haus wirkte jedoch ziemlich kopflos.

Und die Cannstatter Fußgängerzone hat zwar viele Bäume, viele Sitzmöglichkeiten – schöner wird sie aber nicht.

Aber: Ein Hingucker ist immer zu finden.

Im Zug amüsierte ich mich über einen humorigen Artikel über Philipp Amthor.

Und plötzlich, mit nur 12 Minuten Verspätung – Reutlingen: „Bine, wir müssen raus.“ Ach ja. Netter Ausflug. Vom Stuttgarter Tor zur Stuttgarter Wilhelma.

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