Von der Faszination unter Wasser – Schnuppertauchen im Reutlinger Freibad

0

Tauchclub Reutlingen hatte zum „Schnuppertauchen“ ins Freibad geladen – Rund 15 vor allem jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer

 Ein Jugendlicher hatte seine Zähne kaum mehr unter Kontrolle, als er sich von den Aktiven des Tauchclubs verabschiedete. In einen Bademantel gehüllt hatte der Taucherneuling aber nicht etwa ein schreckliches Erlebnis gehabt, dort im Springerbecken, unter Wasser.

„Mir ist kalt“, sagte der junge Mann unter Zähneklappern. Runde 15 Grad Außentemperatur gegen 9.30 Uhr am Sonntagmorgen war auch nicht gerade Traumwetter für das „Schnuppertauchen“ des Taucherclubs Reutlingen. Aber: Im Wasser war es angenehm kuschelig, zumal die meisten Ersttaucherinnen und Ersttaucher einen Neoprenanzug trugen.

Um die 15 Teilnehmer waren es am gestrigen Sonntag. Was aber macht die Faszination des Tauchens aus? Fachmann Erik Wabnik vom Tauchclub Reutlingen gab Antworten: Schwerelos unter Wasser dahingleiten, überwiegende Stille – „einige sagen, dass sie mal wieder tauchen wollen, um die Ruhe zu genießen“, sagte Wabnik. Andere wiederum würden der Faszination erliegen, nach Schiffswracks oder in Höhlen zu tauchen, „dort, wo noch kein Mensch zuvor war“.

Die meisten aber kommen zum Tauchclub Reutlingen, weil sie im Urlaub mal getaucht sind. Weil sie die Unterwasserwelt mit Fischen, Korallen, Muscheln und mehr kennengelernt haben. Oder weil sie im Urlaub mal tauchen möchten. In Ägypten. Auf den Malediven. „Oder andernorts, wo Menschen Urlaub machen, die einen oberirdisch, andere unter Wasser“, sagte Erik Wabnik.

„Es gibt auch bei uns in der Region jede Menge faszinierende Tauchmöglichkeiten in tollen Seen.“ Das Schwäbische Meer ist nur einer davon. „Da geht fast jedes Wochenende eine Gruppe von uns hin, um im Bodensee zu tauchen.“ Am gestrigen Sonntag aber waren vor allem Jugendliche ab 12 Jahren am und im Springerbecken, um das Tauchen mal auszuprobieren. Schnuppertauchen eben. Im Rahmen des Sommerferienprogramms.

Sie erhielten zunächst mal theoretisches Wissen vermittelt, über die Verständigung per Zeichen unter Wasser etwa. Denn: Jede und jeder Einzelne erhielt im Springerbecken einen persönlichen Betreuer, einen Buddy. „Unter Wasser gilt das Vier-Augen-Prinzip, es müssen immer zwei Taucher zusammen unterwegs sein“

Vor dem ersten Tauchgang erläuterte Wabnik den Neuling aber zunächst einiges an Theorie, wie man so eine Pressluftflasche bedient etwa. Im Notfall ist das nämlich überlebenswichtig – nicht gerade gestern im Freibad, wo die Tauchlehrlinge ja ihren persönlichen Betreuer und Aufpasser hatten.

Aber in trüben Gewässern, wenn unter einem sich nur Finsternis ausbreitet, wenn angesichts solcher Situationen durchaus auch mal Panik ausbrechen kann, wie Erik Wabnik betonte. Ohne Risiko sei das Tauchen nicht. Natürlich spiele die Psyche eine große Rolle, sagte Erik Wabnik. Wer klaustrophobisch veranlagt sei, dürfe nicht tauchen. Und es gelte: „Wer hier im Freibad problemlos tauchen kann, muss das in trüberen Gewässern oder in größeren Tiefen nicht unbedingt können“, sagte Erik Wabnik.

„Passieren kann immer was“, betonte der Fachmann. „Aber Tauchen ist sicherer als Angeln. Oder als Pilze sammeln – das belegen die Statistiken“, sagte Wabnik und lacht. Deshalb sollten Neulinge ja auch den internationalen Tauchschein machen. Sinnvoll sei zudem, Mitglied im Reutlinger Tauchclub zu werden – weil man dann versichert sei. Eine der jüngsten Neulinge am Sonntag wollte sich sofort anmelden. „Aber ich muss erst noch meine Mama fragen“, gestand sie dann.

Share.

Comments are closed.