Genussmarkt in Gomadingen-Dapfen lockt erneut viele Hunderte Besucher an – 53 Aussteller rund um das Thema Genießen
Kulinarische Leckereien von A bis Z trafen am Wochenende beim Lagerhaus-Genussmarkt in Dapfen wieder auf viel Aufmerksamkeit. Gekommen waren am Samstag und Sonntag große Besucherscharen, die sich an den Ständen über das reichhaltige Angebot freuten. Doch es gab noch viel mehr zu sehen und zu bestaunen.
Wie Handtaschen aus Holz etwa. Paul Buck, seines Zeichens Schreiner aus Leidenschaft, hat in diesem Jahr auf dem Markt zum ersten Mal seine selbstgefertigten Handtaschen aus Holz präsentiert. „Einmal Holzwurm immer Holzwurm“, sagte Buck. Im vergangenen Winter sei er in seinem beruflichen Ruhestand auf die Idee gekommen, sich an solchen ausgefallenen Handtaschen zu versuchen.
„Ich habe einfach mal losgelegt.“ Für Trendsetter gilt nun also: Wer was auf sich hält, der oder auch die trägt künftig eine Handtasche aus Holz. Ein beliebter Roh- und Verkaufsstoff war Holz auf dem Genussmarkt allemal – vom Vesperbrett über Holzmöbel bis zum Rührlöffel und gar Kunstwerken aus Holz war alles vertreten.
Eigentlich ist der Genussmarkt – wie der Name schon verraten könnte – eigentlich ein Markt, auf dem vor allem leckere Lebensmittel zum Kauf angeboten werden, wie Eberhard Laepple verriet. Vor 17 Jahren wurde diese kleine französisch-schwäbische Messe zum ersten Mal abgehalten. „Die Idee entstand zusammen mit Buis-les-Baronnies als französischen Partnergemeinde von Gomadingen“, so Laepple als Seniorchef des Dapfener Lagerhauses.
Schon damals hatten rund 40 Aussteller aus beiden Ländern sich in Dapfen eingefunden. Die Zahl der Franzosen ging im Lauf der Jahre zurück, dafür kamen immer mehr Anfragen von Kunsthandwerkern aus der Region. „Der Schwerpunkt soll aber weiter die Kulinarik bleiben“, sagte Laepple.
„Die Lage hier ist einfach einzigartig“, sagte eine Besucherin des Dapfener Genussmarkts am Samstagnachmittag. Stimmt. Mit dem Lautertalradweg direkt durch das „Messegelände“, das Gewässer der Lauter nicht weiter als zehn Meter entfernt, ohne störende Autos, aber mit Parkplätzen in direkter Nachbarschaft – von solchen Ausstellungsflächen träumen so manche Märkte und Kommunen. In Dapfen ist das alles inklusive. Und das weiß Eberhard Laepple durchaus zu schätzen.
Aber: „Dieses Jahr haben unsere Kinder Anne-Kathrin, Jonas und Mareike alles organisiert“, berichtete Laepple. Und die Organisation beginnt quasi nach dem Ende des einen Markts gleich mit der Vorbereitung des nächsten. „Wichtig ist, dass die Aussteller mit ihren Produkten ins Konzept passen und die Stände was hermachen“, sagte Laepple senior.
Auch weiterhin gelte für den Genussmarkt, dass „das französische Flair erhalten bleibt“. Was darunter zu verstehen ist? „Der Genussmarkt soll was fürs Auge bieten, zum Flanieren einladen, aber auch zum Essen, Trinken und Genießen“, sagte Eberhard Laepple. Mit dem Angebot der Aussteller war das auch dieses Jahr wieder möglich. Aber es gab auch erneut ein Rahmenprogramm, einiges für die Kleinsten wie das Kindertheater Rote Nase, Seifengießen und auch Tierschutz kindgerecht verpackt vom Glückhof in Buttenhausen.
Französische Musik wurde live gespielt, Alpakas schauten mehr oder weniger interessiert den flanierenden Menschenmengen zu. „Pass auf, die spucken“, sagte ein Mann zu seiner Frau. „Ach Quatsch“, sagte die zurück und fotografierte ungerührt die unbeeindruckten Tiere aus nächster Nähe. Besondere Nudeln wurden angeboten, Pilze und Popcorn an einem Stand, Eier und noch viel mehr Produkte von Wachteln, einige Wurstarten, viel Käse, französische Säfte, Wein, Alb-Safran, Süßes wie Mandelgebäck und Scharfes unter dem Namen „Alles Chili“.
Schaffelle und Filzhüte waren bei der Hitze am Wochenende nur für die interessant, die schon an den Winter dachten. Aber: Gespräche mit den Ausstellern und Produzenten lohnten sich allemal, viel Neues konnte dabei erfahren werden.
Und wer für die Frau noch einen schönen Blumenstrauß mit nach Hause bringen wollte, der wurde bei „Fuchs und Hase“ fündig. Herrliche Arrangements in wundervollen Farben boten Floristin Ilona Guschke und Gartenbauingenieur Tim-Onno Kück mit Blumen (manche sogar essbar) vom eigenen Acker. Warum „Fuchs und Hase“? „Weil der Acker sich dort befindet, wo die beiden sich gute Nacht sagen.“
