Erlesene Genüsse für Ohr, Auge und Gaumen im Dettinger Bürgerhaus

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Evangelos Pattas und Matthias Beck hatten in Dettingen erneut zu „Wein, Musik und Bild“ geladen – Außergewöhnliche Veranstaltung unter dem Titel „Sommerfreude“

„Sommerfreude“ hatten Matthias Beck und Evangelos Pattas die gemeinsamen Abende am Samstag und Sonntag überschrieben. Sommerfreude pur präsentierten sie in der seit 2019 aufgelegten Veranstaltungsreihe „Wein, Musik und Bild“ auch zusammen mit der Pianistin Hildegund Treiber und der Familie Pattas – für die Augen, für die Ohren und sogar für den Gaumen.

„Das ist für die Dettinger, die nicht im Urlaub sind“, hatte der Sommelier und einstige Sternegastronom Pattas schmunzelnd betont. Empfangen wurden die Gäste an beiden Abenden mit Sekt und einer Gurken-Joghurt-Kaltschale – passend zu den sommerlichen Temperaturen.

Es folgte Humus mit geröstetem Blumenkohl, ebenfalls kalt, „mit einer fruchtig kleinen Schärfe“, sagte Christine Enchelmayer-Issa, die als Pattas Schwägerin für diesen ersten Teil des kulinarischen Genusses zuständig war.

Den Hauptgang hatte der Meister kreiert, Hühnchen mit Salbei, einem ganz besonderen Risotto („mit Butter – mit viel Butter“, so Pattas) sowie angebratenen und leicht karamellisierten Aprikosenstückchen. Ein Gedicht. Danach gab’s eine weitere Eigenkreation des Küchenmeisters: Pina Colada ohne Rum, dafür mit Ananas und einer Cocktailkirsche. Erfrischend anders.

Musikalisch gestartet waren Beck und Treiber mit Flöte und Klavier und dem Stück „Little David“ – das sich in den Ohrgängen genauso prickelnd entfaltete wie der Sekt auf der Zunge. „Wir feiern heute Abend die Liebe und die Herzlichkeit in schwierigen Zeiten“, hatte Evangelos Pattas verbal in den Abend hineingeführt.

(Foto: In inspirierender Umgebung, dem Rathaus, der ehemaligen Schule und dem Albtrauf war die Veranstaltung in Dettingen.)

(Foto: Sonnenstrahlen auf zwei Schönheiten in der Pause.)

Mit den Weinen, die er danach präsentierte, geleitete der Spitzensommelier die Gäste an den Kaiserstuhl, nach Lazio bei Rom, zu einem Weingut am Württemberg, auf die Peleponnes („Griechenland darf beim Wein nicht fehlen“) und zu einem edlen Weinanwesen in der Nähe von Carcassonne in Südfrankreich.

(Foto: Im Bürgerhaus direkt hinter der Kirche konnten die Gäste Wein, Musik, köstliche Speisen und Bilder genießen.)

Pattas kennt sich aus, hatte zu jedem einzelnen guten Tropfen Anekdoten parat, er beschrieb die Weine als „fruchtig, unglaublich saftig“, als „fein mineralisch, spritzig, lebendig am Gaumen“. Der ein oder andere Wein brachte den Geschmack von Pfirsich mit sich, „a bissle Himbeere, Erdbeere, Granatapfel und die Erinnerung an Griechenland“.

Und tatsächlich: Beim Einatmen und dem Gefühl der feinen Flüssigkeiten auf der Zunge und am Gaumen eröffnete sich tatsächlich die große Vielfalt der geschmacklichen Details. So wie auch beim Südfranzosen: Der offenbarte einen Hauch von schwarzen Oliven, von Gewürzen, Pfeffer, gleichzeitig aber auch von Brombeeren, Süßkirschen – „ein Traumwein“, so Pattas.

Apropos Traum: Zum Träumen, zum sich Hinwegträumen hatte auch Matthias Beck eingeladen: Mit der meisterhaft und berauschend gespielten Musik, die er auf den unterschiedlichsten Flöten, Trompeten oder auf einem Horn in größtmöglicher Harmonie mit Hildegund Treibers Klavierspiel zu Gehör brachte.

Damit aber nicht genug: Becks selbstfotografierte Bilder zeigten eine auffällige, verlockende und ungewöhnliche Farbigkeit, die das Fernweh anfachte, die Sehnsucht nach Malta und Mallorca weckte. Oder auch auf die Schönheit der Heimat in Dettingen und Umgebung verwies und unter ganz anderen Blickwinkeln zeigte. Etwa bei fantastischen Wolkenspielen, bei be- und verzaubernden Sonnenuntergängen oder in Nahaufnahmen von Blumen und Blüten.

(Foto: Hildegund Treiber, Matthias Beck und Evangelos Pattas freuten sich nach gelungenen Veranstaltungen mit den Gästen.)

So manche Bilderserie lud die Gäste in Verbindung mit der Musik gar zum Meditieren ein. Ganz besonders gelang das gegen Schluss der Veranstaltung: Musikalisch ging es zur „Summertime“ von Gershwin, das Duo interpretierte die „Abendsonne“ des mehrfach gespielten Hans-Jürgen Hufeisen und den „Stern der Liebe“ von Bach.

Regelrecht versinken konnten die Besucherinnen und Besucher gleichzeitig in einem Mohnfeld, das Matthias Beck beim Radfahren entdeckt hatte. Musikalische Meditation mit Mohn. Spielerischer Umgang mit Licht, Gegenlicht und Schatten, mit fantastischen Farben in Rot und Grün, mit deutlich erkennbaren, nie vermuteten Details von Blüten, aber auch mit der Unschärfe in den Bildern. Zum Träumen, zum Schwelgen, zur puren Sommerfreude. Was für ein Abend.

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