Großes Festwochenende in Sickenhausen mit Feiern rund um den „Löwen“ und Vehikel-Treff am Sonntag
Der „Verein zum Erhalt alter Gasthaustradition“ hatte am Samstag und Sonntag geladen – und die Gäste ließen sich nicht wirklich bitten. „Am Samstagabend war alles voll rund um das Gasthaus ‚Löwen‘ – in Zelten, Pavillons und sogar in einem Stall“, sagte Dirk Maier als Vereinsvorsitzender. Und er schien den Andrang selbst einen Tag später noch nicht ganz fassen zu können.
Aber: Das zweite Highlight des Festwochenendes geschah denn direkt vor seinen Augen. Das Vehikel-Treffen hatte nicht allein viele Interessierte, sondern auch jede Menge Fahrzeuge (im weitesten Sinn) angelockt.
Nicht weit hatte es dabei der Sickenhäuser Nobbe Spanagel gehabt: Zusammen mit seinem Kumpan Horstmar Flunkert ist er mit einer selbst gebastelten Rikscha und einem Bismarck-Fahrrad ohne jegliche Gangschaltung ansonsten vor allem „in der fünften Jahreszeit“ unterwegs. Bis Südtirol waren sie da schon närrisch als „Landstreicher“ bei Umzügen dabei. Und das schon seit 30 Jahren.
Ein anderes Vehikel hatte Stefan Dürr mitgebracht – nämlich eine „Explosionsramme“, also einen urtümlichen Bodenverdichter. Der stammt aus dem Jahr 1975, wird mit einer Zweitaktmischung befüllt und ist schon längst nicht mehr erlaubt: „Viel zu gefährlich“, sagte Dürr selbst.
Doch es gab noch mehr zu sehen und zu bestaunen am gestrigen Sonntag beim Vehikel-Treffen: Von der Sackkarre, mit der sich Vereinsmitglied Elke Döttinger transportieren ließ, über Uralt-Käfer bis zu einem Ford Mustang aus dem Jahr 1965. „Mit einem V8-Motor, 4,7 Liter“, sagte Eigentümer Günter Reicherter. Als weiteres Vereinsmitglied gab er gestern den Moderator, dankte der Narrenzunft Sickenhausen und der Freiwilligen Feuerwehr, die sich bereitwillig in die Festivitäten eingebracht hatten.
Zu bestaunen war auf dem Festgelände beim Sickenhäuser Sportplatz zudem eine ganze Menge anderer motorisierter Dinge: Ein Chevy 5 Window Coupé etwa, ein Fahrzeug, das fast 100 Jahre auf dem Buckel hat und mit viel Aufwand zu einem sogenannten Hotrod umgebaut wurde. Der Eigentümer ist extra aus München nach Sickenhausen gekommen.
Nicht ganz so weit, aber immerhin aus Biberach hatte eine Ape den Weg in Reutlingens Stadtteil gefunden – in nur 3,5 Stunden. Was gar nicht so lang ist für ein Gefährt, das nicht mehr als 40 Stundenkilometer auf die Straße bringt.
Noch viel weniger, nämlich ganze 4 Stundenkilometer schafft eine aus dem Jahr 1928 stammende Dampfwalze. Die ist nicht auf den eigenen riesigen Stahlwalzen nach Sickenhausen gekommen, „dafür braucht man einen Tieflader“, führte Dirk Maier aus. Fahren kann die Dampfwalze aber immer noch: Was am gestrigen Sonntag auch demonstriert wurde. Aber: „Man musste 2,5 Stunden vorheizen“, so Maier.
(Foto: Ganz ohne PS, dafür mit Menschenkraft funktioniert diese alte Sackkarre, mit der sich Elke Döttinger transportieren ließ.)
Viele Fahrzeuge, Vehikel und andere Gerätschaften drängten sich gestern auf dem Gelände des Festplatzes. „Wenn wir das nochmal machen, bräuchten wir ein anderes Gelände – das hier wird zu klein“, hatte Reicherter betont. Wann „das nächste Mal“ sein wird, wussten die Vereinsmitglieder noch nicht. „Das erste Mal war ja vor zehn Jahren – so lange wollen wir aber nicht bis zum nächsten Mal warten“, sagte Maier. Gestern freuten sich die Aktiven des Vereins zum „Erhalt alter Gasthaustradition“ zunächst mal über das gelungene Festwochenende. Gefeiert worden war nämlich auch noch das 25jährige Vereinsbestehen.