Bauarbeiten in der Pliezhäuser Straße in Oferdingen schreiten planmäßig voran – Voll im Zeit- und Kostenrahmen
Rund ein Jahr lang ist die Ortsdurchfahrt durch Oferdingen zu. Dicht. Gesperrt. Warum das so ist, kann besonders gut auf dem Foto erkannt werden: Dort entsteht im Moment unter der Steige von Pliezhausen kommend ein Regenüberlaufbecken. Das Bauwerk wird sich einige Meter unter der Straße befinden, wenn es fertig ist – und die Fahrbahn darüber wieder befahrbar ist.
Voraussichtlich wird das im Dezember dieses Jahres sein, wenn alles weiter so planmäßig verläuft wie bisher. „Vielleicht auch ein wenig früher“, sagte Bernd Eger am Montag bei einem Sommermedientermin der Stadt vor Ort in Oferdingen. Eger ist der stellvertretende Leiter des Reutlinger Tiefbauamts, die Baumaßnahme im nördlichem Teilort der Achalmstadt ist aber eine Maßnahme der Reutlinger Stadtentwässerung (SER).
(Foto: Bernd Eger (links) und Timo Eyb erläuterten auf der Karte, wie so ein Regenüberlaufbecken aufgebaut ist.)
Begonnen wurde die Baumaßnahme am 11. November vergangenen Jahres, dabei werden die Kanäle im Bereich der Pliezhäuser Straße ausgetauscht, erneuert, von einem Durchmesser von 80 Zentimeter auf bis zu 140 Zentimeter vergrößert. Gestartet wurde die Maßnahme nach den Worten von Projektleiter Timo Eyb unten am Neckar. Denn: „Kanäle baut man immer vom tiefsten Punkt aus.“
Das Regenüberlaufbecken (RÜB) – das laut Eger eher Schmutzfangbecken genannt werden sollte – wird vor allem dem Umweltschutz dienen, damit kein schädliches Wasser in den Neckar gelangt. Regenrückhaltebecken (RRB) werden nach den Worten der Fachleute hingegen gebaut, um vor Hochwasser zu schützen.
Das RÜB, das nun gerade auf Oferdinger Gemarkung entsteht, wird ein Fassungsvermögen von 220 Kubikmeter haben. Es hat ein Durchmesser von 13 Metern und wird rund 3,5 Meter hoch sein, wie Eyb erläuterte.
Wenn die Straße darüber wieder instandgesetzt ist, wird von dem großen Bauwerk nur noch ein kleines Betriebsgebäude am Straßenrand zu sehen sein, „ein kleines Backsteinhaus“, sagte Bernd Eger. Kosten wird das RÜB rund 2 Millionen Euro, insgesamt ist für die Finanzierung der Maßnahme in Oferdingen ein Betrag von 7,3 Millionen Euro. Mit drin in den Kosten ist auch die Auswechslung der Kanäle in der Pliezhäuser Straße sowie der Tausch der Wasserleitungen. Und natürlich die Wiederherstellung und Erneuerung der Fahrbahnen.
„Das ist der erste Bauabschnitt“, sagte Bernd Eger. Der zweite wird angegangen, wenn die neuen Rohre zum Neckar hinunter gelegt und anschlussbereit sind. Dann wird nämlich Im Besterwasen der Kanal ausgetauscht. „Die neuen Kanäle sind die Voraussetzung für ein neues Gewerbegebiet Im Besterwasen“, so der stellvertretende Tiefbauamtsleiter. Für das Mehr an Schmutzwasser aus dem Gewerbegebiet hätten die bisherigen Kanäle ein zu geringes Fassungsvermögen und das Schmutzwasser nicht mehr ableiten können.
(Foto: So sieht das Regenüberlaufbecken im Entstehungsprozess aus – im Dezember 2025 soll davon so gut wie nichts mehr zu sehen sein.)
Außerdem wird südlich von Im Besterwasen ein offener Graben auf den Feldern entstehen. Warum? „Hier waren die Häuser Im Besterwasen im Juni 2021 beim Starkregen besonders betroffen“, erinnerte Eger. Der Graben auf den Feldern soll künftig Starkregenwasser ableiten und zwar zunächst in ein „Einlaufbauwerk“ an der Kreuzung Im Besterwasen / Pliezhäuser Straße. Von dort wird das Wasser ins RÜB geleitet – und dann in den Neckar. „Das Wasser ist ja nicht so verdreckt wie das Schmutzwasser aus den Häusern.“
Die Sperrung der Ortsdurchfahrt durch Oferdingen sei natürlich ein heftiger Eingriff in den Straßenverkehr. Die großräumige Umleitung habe sich mittlerweile jedoch bewährt, der Verkehr sich eingependelt. Die Anwohner hätten während der gesamten bisherigen Bauzeit fast immer eine Möglichkeit gehabt, um an ihr Haus zu kommen.
Aber: „Wenn die Straße wieder asphaltiert wird, kann es vorkommen, dass zwei bis drei Tage mal keine Zufahrt zu den Häusern besteht“, sagte Timo Eyb. Aber das werde stets rechtzeitig kommuniziert. Überhaupt: Die Kommunikation funktioniere gut zwischen den Bauträgern und den Anwohnern. „Wir hatten bisher zweimal ein offenes Baubüro im Rathaus, das nächste ist am 9. Oktober um 16 Uhr“, sagte Eger. „Das Interesse war bislang groß.“ Und grundsätzlich sei Kommunikation ja wichtig.