„Endlich mal wollen, nicht müssen“ – Olympische Spiele an Reutlinger beruflichen Schulen

0

Campus-Olympiade von Schülerinnen und Schülern der Kerschensteinerschule, Theodor-Heuss-, Laura-Schradin- und Ferdinand-von-Steinbeis-Schule

Haben Sie sich schon mal beim „Hobby-Horsing“ versucht? Oder beim Wasserbomben-Volleyball? Solche und noch ganz andere olympische Sportarten waren am gestrigen Dienstag gefragt, als bei der „Campus-Olympiade“ auf dem Gelände von gleich vier Schulen ganz unterschiedliche Teams gegeneinander antraten.

Eines war dabei klar: Am vorletzten Schultag vor den großen Ferien hatten die Schülerinnen und Schüler ganz anderes im Sinn, als sich mit irgendwelchem Lern- und Unterrichtsstoff zu beschäftigen. „Vorgabe der Schüler war für die Teilnahme an der Olympiade: Wir wollen an diesem Tag nicht müssen, sondern wollen“, hatte Initiatorin und Lehrerin Katrin Schmid von der Schradin-Schule gestern betont. 19 Teams von allen vier Schularten waren dabei.

„Bei uns sind im Unterschied zu anderen Schulen die Jugendlichen nicht von der fünften bis zur letzten Klasse zusammen, sondern zwischen einem bis zu maximal drei Jahre“, erläuterte Lehrerin Jana Hof. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl in diesen zum Teil sehr kurzen Zeiträumen zu entwickeln, sei nicht einfach. Aber: Solche Aktionen, wie die Campus-Olympiade würden sich sehr gut eignen, um die Schülerinnen und Schüler mehr zusammenzubringen.

Und überhaupt mal in Kontakt mit den anderen jungen Menschen auf dem Campus zu kommen. „Die unterschiedlichen Schulen haben ja das ganze Schuljahr über fast nichts miteinander zu tun“, so Hof. Gestern konnten sie aber alle zusammen Spaß haben. Vorbereitet wurden die einzelnen Stationen von den Schülern selbst, jedes Team musste sich einen Wettbewerb überlegen, organisieren und durchführen. So wie „Hobby-Horsing“ zum Beispiel. Ein langer Stab mit einem Pferdekopf drauf musste zwischen den Beinen durch einen Slalomkurs und über Hindernisse geführt werden.

Eine körperlich anstrengende Station war das „Auto-ziehen“: Dort legten sich Jugendliche verbissen ins Zeug, um einen ganz schön schweren Pkw über den Schulhof zu ziehen. Leichter war es da (zumindest körperlich) am Stand mit dem Titel „Can you finish the song?“ – Oder doch nicht? „So einen Rap-Song zu Ende zu bringen, war auch für die meisten Jugendlichen nicht einfach“, sagte Jana Hof. Aber: Es fanden sich immer junge Menschen, die beschwingt das angespielte Lied weitersingen konnten.

Vorbereitet wurden die Stationen von den Schülern selbst, schon ab Anfang des Schuljahres hatten sie Zeit und Muße, sich Entsprechendes zu überlegen. Ganz wichtig war natürlich auch der Name der teilnehmenden Gruppen: Von den „Frührentnern United“ über die „Psychos“ bis zu „Punktejägern“ und den „Seegurken“ war viel dabei. Daniel Remensperger vom Berufskolleg Informatik hatte sogar eine eigene Homepage für das Event am Dienstag erarbeitet.

Die Olympiade war im Übrigen schon die dritte dieser Art auf dem Campus der beruflichen Schulen in Reutlingen. Teilnehmen konnten aber nicht alle Schülerinnen und Schüler der vier Schularten – „viele sind ja schon in den vergangenen Tagen verabschiedet worden“, hatte Jana Hof ausgeführt. Andere haben dienstags gar keine Berufsschule. Aber diejenigen, die an der Olympiade teilnahmen, hatten offensichtlich ihren Spaß.

Zu gewinnen gab es laut Schmid „ganz viel Applaus und einen goldenen Wanderpokal, den im vergangenen Jahr die Steinbeis-Schule geholt hatte“. Kurz vor Schluss lag die Steinbeis-Schule erneut in Führung, knapp gefolgt von der Theodor-Heuss-Schule.

Die Laura-Schradin-Schule hatte es mit deutlichem Abstand noch auf die dritte Position geschafft, während die Kerschensteinerschule auf dem ehrenwerten, aber undankbaren vierten Platz landete. Spaß gemacht hat es jedoch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Und im Übrigen stehen ja jetzt die Ferien vor der Tür.

Share.

Comments are closed.