Neigschmeckt-Markt in Planie und Stadtgarten zieht am Sonntag, 20. Juli 2025 Tausende Besucherinnen und Besucher an – Wetter spielte ab 15 Uhr nicht mehr so ganz mit
(Foto: Hier ging es eher ums Hören – die Band hatte jazzige Klänge drauf.)
Unglaublich, was es beim Neigschmeckt-Markt am gestrigen Sonntag alles zu sehen, zu bestaunen, zu schmecken, riechen und fühlen gab. „Ein Markt für alle Sinne“, hatte Reutlingens Bürgermeister Roland Wintzen in seinem kurzen Grußwort betont. Er lobte das „schöne Ambiente in Park und Planie mit den vielen alten Bäumen, der Markt ist aus der Stadt nicht mehr wegzudenken“, so Reutlingens Finanzbürgermeister.
Das Wetter war in den ersten paar Stunden ein prima Begleiter der Großveranstaltung, Besucherinnen und Besucher strömten schon früh in Scharen. Dabei war schon der Gottesdienst zum Auftakt des zweiten Neigschmeckt-Markts unter neuer Leitung erneut gut besucht. Bodo Schmitz lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt und speziell mit Wintzen, der Bürgermeister dankte den beiden Veranstaltern Schmitz und Stefan Merkel für ihr Engagement und für ihr „Gespür für Qualität“.
Mit 114 Ständen waren es sieben mehr als im Vorjahr, den Marktmeile haben Merkel und Schmitz in der Planie verkürzt, Start war dieses Jahr erst in der Kaiserstraße. Dafür gab es ein paar mehr Stände im Stadtgarten, so dass die Lücken dort mehr gefüllt waren als im Vorjahr. Merkel hatte betont, dass er und Schmitz „den Charakter des Marktes erhalten“ wollen – was beiden durchaus gelungen ist.
Neben vielen Verkaufs-, Essens- und Trinkständen waren aber auch andere vertreten, die hauptsächlich informieren wollten. Wie die Pavillons von Nabu, Listhof, Biosphärengebiet und IB etwa. Oder auch Dr. Carsten Hutt von Werk ISI und dem „Wechselnden Wilhelm“ – er stellte mobile Co-Working-Spaces vor, die mit einem Fahrradanhänger transportiert werden und an beliebigen Standorten sogar mit Solarstrom versorgte mobile Schreibtisch-Arbeitsplätze anbieten können.
Einige Aussteller präsentierten aber auch Holzwerkstücke, die vom Kinderspielzeug über Pfannenschaber bis zum Kochlöffel reichten. Oder Schmuck in allen erdenklichen Variationen – so auch Leonie Dürr, die als Biomedizin-Studentin vor den Augen des Publikums aus Löffeln und Gabeln verblüffend Ringe und Kettenanhänger fabrizierte.
Erstaunlich war auch die Neuropsychologin Monika Milian – sie fertigt in ihrer Freizeit aus Bisophärenwolle Röcke, Pullover und vieles mehr. „Ich mach das zum Ausgleich“, sagte sie schmunzelnd.
Ein Theologe und eine Tierärztin waren am Stand des Dapfener Lagerhauses anzutreffen: Dort verkauften Eberhard Läpple und seine Kollegin wohlduftende Seifen und anderes mehr. Weitere Stände boten (wie schon seit vielen Jahren) Körbe in allen Größen und Varianten an, andere zeigten handgenähte Ledergürtel, selbstgefertigte Seile, Besen,
unglaublich-filigrane Popup-Klappkarten mit unwahrscheinlichen Motiven. Zudem waren auch einige Essigproduzenten aus der Region oder gar aus Reutlingen vor Ort.
Leckereien hatten ebenfalls so manche Stände zu bieten wie etwa „essbare Gemüsepflanzenkeimlinge“ – allein der Name machte schon neugierig. Einen Bogen machten jedoch die Besucherscharen zumindest bis zur Mittagszeit um alkoholische Getränkestände. So auch um den der Pfullinger Brennerei List.
Dabei hatten der gelernte Bierbrauer Luis List und sein Helfer durchaus leckere nichtalkoholische Getränke dabei. Wie etwa einen Apfel-Secco, der durchaus „eine gute Alternative bei Empfängen, Hochzeiten oder anderen Festen ist – wenn nämlich kein Alkohol gewünscht wird“. Und sehr wohlschmeckend ist das prickelnde Getränk obendrein.
Das Fazit des zweiten Neigschmeckt-Markts unter der Leitung von Bodo Schmitz und Stefan Merkel: Alles bestens, bis auf das Wetter – das wollte nämlich ab 15 Uhr nicht mehr so richtig mitspielen. Aber so ist das eben mit Freiluftveranstaltungen. „Wir hatten eigentlich fast immer gutes Wetter“, erinnerte sich Gabriele Janz, die sich freute, dass der Neigschmeckt-Markt weitergeht. Zusammen mit Karin Zäh hatte sie das Konzept des besonderen Markts auf die Füße gestellt und umgesetzt. „Es wäre sehr schade für Reutlingen, wenn der Markt nicht weitergegangen wäre“, so Janz.